Bierzutat und Luxusgemüse

Hopfen: Nutzpflanze mit vielen Eigenschaften

HopfensprossenZartes Luxusgemüse vom wilden HopfenWas braucht es, um ein gutes Bier zu brauen? Malz (Gerste), Wasser und Hopfen. Letzterer ist eine wild wachsende, aber schon seit dem Mittelalter für die Bierherstellung kultivierte Staude mit unbändigem Ausbreitungsdrang. Humulus lupulus – so der botanische Name – schlingt sich an Bäumen bis 12 Meter hoch und ist auch in anderer Hinsicht eine Pflanze der Superlative. So gibt es heute für die Bierproduktion weltweit mehrere hundert Sorten in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Bestandteil des Bieres werden ausschließlich die weiblichen Blüten verwendet. Darüber hinaus stellt man aus ihnen auch einen Tee mit beruhigender Wirkung her. Weniger bekannt ist die Verwendung in der Küche. Weißer Hopfenspargel und die zarten grünen Triebspitzen der Sprossen liefern im Frühjahr mühsam zu erntendes, delikates und selten angebotenes Luxusgemüse.

Wilder Hopfen wächst hierzulande in fast allen Regionen und eignet sich ebenso zur Verwendung in der Küche wie der als Würze für den Gerstensaft gezüchtete Kulturhopfen. Dessen deutsche Hauptanbaugebiete sind vor allem das bayerische Hallertau, Elbe-Saale, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Baden-Württemberg und Mittelfranken.

schlingende HopfentriebeHopfentriebe schlingen sich um alles, was als Stütze dienen könnte – hier ist es eine Süßdolde, ein altes Wildgemüse mit Anisaroma.

Jäten für die „Spargel“-Ernte

Deutsche Hopfengärten bestehen aus sieben Meter hohen Rankgerüsten, die in parallel laufenden Reihen angeordnet sind. Alljährlich im zeitigen Frühjahr werden die Wurzeltriebe in den Lücken zwischen den Gerüsten gejätet, damit die Gärten beerntet werden können. Die unterirdischen frischen Wurzeln sind dann noch kurz und weiß. Man braucht sehr lange, um die für eine Mahlzeit ausreichende Menge zu sammeln. Daher gehört der Hopfenspargel, wie die kurzen weißen Wurzeltriebe genannt werden, zu den teuersten Gemüsen der Welt.

Die bald darauf an der Oberfläche erscheinenden grünen Sprossen schießen in rasantem Tempo in die Höhe, wobei sie sich um alles wickeln, was als Stütze dienen kann. Ihre dünnen Triebspitzen
haben ein kräftiges Aroma, das entfernt an Grünspargel erinnert. Man sollte sich mit kurzen Stücken begnügen, ohne voll entwickelte Blätter. Dann werden die Triebe nämlich hart und bekommen eine raue Haut. Es reicht, sie kurz zu blanchieren; längere Kochzeiten würden sie zerfallen lassen.

Schnell und einfach zu realisieren ist ein Omelett mit Hopfensprossen. Die Zubereitung ist einfach: Hopfensprossen in einer Pfanne in Butter und Olivenöl erhitzen, salzen, und dann mit dem Eierteig übergießen. Einmal wenden und schnell servieren, z. B. mit einem Salat, passt aber auch zu einem klassischen Spargelgemüse mit neuen Kartoffeln.

Fotos©: Monika Zybon-Biermann