Natur und Garten

Dachgarten und Streuobstwiese

Projekte für urbane und ländliche Räume

Wie unterscheiden sich Natur und Garten? Erstere entstehe von allein und letzterer sei ausschließlich menschlichen Ursprungs – ist die Antwort so einfach? Schließlich gibt es auch den Naturgarten oder die Parklandschaft. Dabei handelt es sich nicht um abstrakte Begriffe, sondern um reale Lebensräume. Beide sind von Menschen geschaffen, lassen aber der Natur viel Freiheit.

In der Tat beziehen Parklandschaften wie im Westfälischen Münsterland oder in England ihren Charme auch aus der Tatsache, dass sie über Jahrhunderte entstanden sind. Vielfalt ist ihr Kennzeichen. Die kleinteilige Kulturlandschaft, geprägt durch Äcker, Weiden, Hecken und Gebüsch, in die einzelne Gehöfte, aber auch Kirchen und Adelssitze eingebunden sind, hat einen besonderen ästhetischen Wert.

Blüten im Stadtpark und auf der Verkehrsinsel

Selbst in Großstädten besinnt man sich auf die Bedeutung des Gärtnerns und der Grünpflege. Neben Mammutprojekten wie der Renaturierung von ehemals zu Abwasserkanälen degradierten Flussläufen sind inzwischen überall kleine und größere Naturinseln im Häusermeer entstanden: Alleen, Gärten, Balkone, begrünte Dächer und bepflanzte Verkehrsinseln gibt es in vielen Großstädten. Kleingärten erfreuen sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Streuobstwiesen bewahren alte Obstsorten vor dem Verschwinden.

Vereine und Organisationen bieten neben öffentlichen Einrichtungen wie Botanischen Gärten und Parks Informationsveranstaltungen, Gestaltungsbeispiele, die Möglichkeit, sich im Grünen zu erholen und Anregungen für den eigenen Garten oder Balkon mitzunehmen. Naturnahe Stauden- und Gehölzpflanzungen vermitteln Ideen für den Vorgarten daheim. Je bunter es im Grünen in Städten und drum herum wird, umso lebendiger wird es. Insekten und andere Tiere kehren zurück.


 

Nur schlechte Nachrichten: Virus, Kriege, Klimakrise

SchattenseitenDank farbiger Blätter und Blüten müssen Schattenseiten nicht düster wirken.So deprimiert war die Stimmung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr. Der Sündenbock dafür heißt Corona und ist nur unter dem Elektronenmikroskop sichtbar. Seit der spanischen Grippe 1918 habe es nichts Vergleichbares gegeben, sagen Experten, aber ob die Influenza am Ende des 1. Weltkriegs schon so weit reichende Auswirkungen hatte? Heute gibt es rund um den Globus Schreckensnachrichten auf allen Kanälen. Selbst die Musik passt ins Bild. „This is the end, the end, the end, the end“ tönt es im Radio.


Garten als Ausweg vom Hausarrest

Im Zeichen des Coronavirus macht selbst Unkrautjäten Spaß

Blaue GlöckchenPusteblume: Könnte Modell für ein Coronavirus gestanden haben.Heute ist Sonntag, 29. März, und die Umstellung auf die Sommerzeit bringt das Zeitgefühl erst mal durcheinander. Auch das Wetter scheint aus dem Takt geraten zu sein. Kräftiger Nordostwind treibt dicke Schneeflocken durch den Dortmunder Himmel. Die hinterlassen aber keine weiße Schneedecke. Der Flocken sind schon geschmolzen, bevor sie auf den frostfreien Boden fallen. Nass und kalt – Frühling stellt man sich anders vor. Also sitze ich vor dem PC.


Der Name der Pflanze kann morgen ein anderer sein

BrombeerenDer Name der Pflanze: er hat lateinische, griechische oder neuerdings manchmal englische Wurzeln. Geht es um die botanische Nomenklatur, so Biogeograph Dr. Götz H. Loos, wird man sich zunächst an Bekanntes erinnern (falls das Schulwissen nicht in Vergessenheit geraten sein sollte). Doch es gibt keinen Zweifel. Viel Altvertrautes muss über Bord geworfen werden. Der Wissenschaftler der Ruhr-Uni (Bild) macht deutlich: Wenn es um die Zuordnung von Pflanzen geht, sind heute Überraschungen an der Tagesordnung.

Was man früher für selbstverständlich hielt, nämlich dass alle Blütenpflanzen sich geschlechtlich vermehren, stimmt gar nicht immer. Die Gattung Rubus, zu der Brombeeren (Bild) und Himbeeren gehören, bilden Früchte aus Körperzellen.


Bewusste Wahl und richtige Pflege für langlebige Gehölze

Was wäre ein Staudengarten ohne Gehölze? Unvollständig wie ein Haus ohne Wände - denn es fehlt das bleibende Gerüst. Wie schafft man es, den grünen Rahmen, die lebendige Architektur dauerhaft gut in Form zu halten? Ruth Müller, GdS-Mitglied, Rosenfreundin und Baumschulgärtnerin, erläutert in ihrem Vortrag "Gehölzschnitt - aber richtig" die Grundregeln für den Umgang mit Baum und Strauch. Dabei stellte sie das Motto des preußischen Gartenkünstlers Peter Josef Lenné "Nichts gedeiht ohne Pflege und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unzweckmäßige Behandlung ihren Wert" vorne an.


Ohne frühe Prachtblüten litten Hummeln bei kühlem Wetter Hunger

Michael Stork - ehemaliger Leiter der SchulbiologieMichael StorkSie sind oft immergrün, blühen je nach Sorte – davon gibt es laut Schätzung ca. 30.000 – vom zeitigen bis zum späten Frühjahr und leiden als exotische Schönheiten immer noch unter Vorurteilen: Was es mit Rhododendren wirklich auf sich hat, machte der frühere Leiter des Dortmunder Schulbiologischen Zentrums, GdS-Mitglied Michael Stork, (Foto links: privat) in seinem Vortrag „Rhododendron und Hummeln“ deutlich.

Die Vielfalt der beliebten Ziersträucher entstand aus den rund 1000 Wildarten, von denen die meisten in China, und zwar in den Provinzen Yunnan, Sichuan und Südost-Tibet,  einige in Indien, in Japan , wenige in Europa, andere  in Nordamerika daheim sind. Attraktive Blüten, deren begehrte rote Farbe z. B., wurde von  Arten beigesteuert, deren Winterhärte wegen ihrer subtropischen Herkunft zu wünschen übrig ließ. Mit an Kälte gewöhnten Befruchtungspartnern aus Europa und Amerika entstanden moderne Hybriden. Rhododendren leben  als Gebirgspflanzen in verschiedenen Klimazonen, vom warm-feuchten Tal bis zur eisigen Hochfläche. Entsprechend ihrer natürlichen Umgebung haben sie unterschiedliche Erscheinungsformen entwickelt. In Himalaja-Höhenlagen gibt es zwergwüchsige Arten, mit deren Hilfe niedrige Gartenformen gezüchtet wurden, die sich für lange Zeit mit wenig Platz zufrieden geben – ideal für kleine Gärten.

Was Rhododendren gemeinsam haben, ist ihre Vorliebe fürs saure Milieu. Auch wenn es heute Sorten gibt, die eine kleine Dosis Kalk im Boden vertragen, so ist den meisten ein niedriger pH-Wert am liebsten. Früher glaubte man, dazu sei eine große Menge Torf nötig (das rief Naturschützer auf den Plan), doch das stimmt nicht. Erstens gibt es andere Möglichkeiten, den Boden anzusäuern, z. B. mit Nadelholz-Häcksel, reinem Laubkompost und  - sogar Kaffeesatz! Zweitens – sind sie einmal eingewurzelt, sorgen die „Rhodos“ selbst für die richtige Chemie.


Praktische Tipps von Gärtnermeister Göbbeler

Josef GöbblerJosef GöbbelerWas ist zu tun, wenn ein neues Staudenbeet angelegt oder ein altes, außer Form geratenes renoviert werden soll? Josef Göbbeler, früher Gärtnermeister bei der Stadt Herne, mit 82 noch  Ausbilder und Prüfer des Gärtner-Nachwuchses sowie Referent vor Fachpublikum, rät vor allem eins: als erstes den Boden gründlich bearbeiten, lockern und alle Wurzelunkräuter entfernen! Das sei die wichtigste Voraussetzung, damit die Pflanzung gelingt. Von seinen in einem Vortrag vermittelten, praxisnahen Tipps profitierten auch  die Dortmunder Staudenfreunde.

Wahrlich keine gute Nachricht für „Lazy Gardener“: Zunächst muss alles raus – überalterte und unansehnlich gewordene Stauden werden mit der Grabegabel herausgenommen und geteilt. Die dabei entstehenden Wunden im Wurzelbereich sollten mit Holzkohlepulver überpudert werden, um Fäulnis zu vermeiden. Aus dem tiefgründig durchgegrabenen Boden werden zunächst alle Wurzeln gefürchteter Dauer-Mitbewohner wie Giersch oder Zaunwinde entfernt. Neuerdings gesellt sich zu den altbekannten Schreckgespenstern auch noch die Sumpfkresse Rorippa sylvestris, ein ausläufertreibender Neophyt mit 75cm tiefen Wurzeln. Der Gärtnermeister warnt: „Sammeln Sie jedes kleine Wurzelstückchen heraus, sonst haben Sie im Jahr darauf wieder eine Kolonie“. Alternative Bekämpfungsmethoden sind Herbizide oder die giftfreie Abdeckmethode. Bevor es an die Neuanpflanzung geht, sollte man sich auch die Frage nach der richtigen Bodenstruktur stellen. Im Ruhrgebiet sind schwere, undurchlässige Böden häufig. Dann empfiehlt sich eine Zugabe von Sand oder Splitt. In leichterem Boden können Wurzeln besser Fuß fassen.


Weiße Weihnacht ein Ausnahmefall

ZierquittenZierquittenDie Fotos entstanden am Vormittag des 28. Dezember 2015. Ich frage mich: War dieser Winter ein erster Blick in die Zukunft? Eisessen statt Schlittschuhlaufen? Es gab mal wieder Bilder, Berichte und Kommentare die Menge: Der Klimawandel hat uns im Griff. Dass im Ruhrgebiet die weiße Weihnacht ein sehr seltener Gast ist, vergessen wir allzu gern.

 

 


Rote Blüten, gelbe Früchte: heiße Farben am 28. Dezember in einem Vorgarten in Dortmund-Bodelschwingh.


Hermann Hunfeld informierte über wichtige Insektenfamilie

Hermann HunfeldHermann HunfeldWie kommt ein Fachmann für Elektrotechnik in der Stahlindustrie dazu, Experte für Wildbienen zu werden und sich dem Naturschutz zu widmen? Vielleicht liegt es auch daran, dass der Dortmunder Diplom-Ingenieur Hermann Hunfeld (Bild) sein Leben als Kind einer Bauernfamilie im ländlichen Emsland begann. 2015 verriet er den Dortmunder Staudenfreunden, was Wildbienen sind, was sie leisten und was getan werden kann, um sie vor der Vernichtung zu retten.


Tag des offenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals im September  2014 im Dortmunder Botanischen Garten stand unter dem Motto Farbe. Gleichwohl startete er  ziemlich grau, was die Farbe des Himmels anbetraf, aber das änderte sich bald zu Blau. Die Regionalgruppe der Gesellschaft der Staudenfreunde, die mit ihrem großen Beet im englischen Stil schon für viele Farben in der Nähe des alten Verwaltungsgebäudes sorgt, setzte einen zusätzlichen Akzent, passend zum Thema. Plexiglasstelen und Ballons in den Hauptfarben der jeweiligen Abschnitte unterstrichen die vorhandene Gliederung der Anlage..

Der nach Farben geordnete Schaugarten am Verwaltungsgebäude des Botanischen Gartens Rombergpark wurde durch die geometrischen Formen betont, gelegentlich aber auch in Frage gestellt.


1. Apfelfest im Obstbaum-Museum Schwieringhausen

ApfelfestBlauer Himmel, milde Temperaturen, frischer Apfelkuchen für ein Fest im Obstbaum-MuseumWarum nur fand der ‘Schöne von Boskoop’ keine Paten? Das ist nämlich die einzige traditionelle Apfelbaumsorte im Obstbaum-Museum Schwieringhausen, für die sich seit über einem Jahrzehnt noch niemand erwärmen konnte. Die Hoffnung ruhte auf diesem Termin: Am Sonntagnachmittag, 16. Oktober 2016, lud die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die das Museum im Dortmunder Nordwesten betreibt, Mitglieder, Sponsoren und Bürger zum 1. Apfelfest. In der für die Westfalenmetropole einzigartigen Sammlung „Alte Westfälische Sorten“ an der Altmengeder Straße spielt diese Frucht die Hauptrolle.


Deutschland trifft Japan beim Kirschblütenfest im Botanischen Garten

Stoffregen-AlleeEine Allee in Rosa – so sieht die
Stoffregen-Allee im April aus.
Hier findet die Eröffnung statt.
Foto: Eberhard Hoffmann
Was machen Japaner im Frühjahr? Wenn die Kirschen blühen, feiern sie ihr traditionelles „Hanami“, was so viel wie „Blüten betrachten“ bedeutet. Am Sonntag, 22. April, lädt der Freundeskreis des Botanischen Gartens zum zweiten Kirschblütenfest in den Rombergpark ein. Das Erste fand 2016 statt. Nach dem musikalischen Auftakt mit dem Chor Canta-Strophe geben der Vorsitzende des Fördervereins, Eberhard Hoffmann und Stadträtin Birgit Zoerner um 11.10 Uhr an der Stoffregenallee im Westen des Parks den Startschuss. Bei dieser Gelegenheit wird auch die erste Dortmunder Kirschblütenprinzessin Ayla Wewer vorgestellt. 

 

 


Die Hundertblättrige, die Weltrose und eine falsche Kriegsheldin

Im RosendschungelIm Rosendschungel gibt es keine Königin...Der Sommer startet im Garten immer mit einem Paukenschlag: Neben den Rosen blühen im Juni andere Sträucher und Bäume. Ausdauernde Stauden, dazu ein- und zweijähriges Kraut beginnen, ihre Farbfeuer anzuzünden.  Dass der Himmel im Sommer 2016 das Gießen so  großzügig übernahm, bekommt leider auch unwillkommenen Gartengästen wie Brennessel, Giersch und Zaunwinde. So wie in diesem beinahe zum Dschungel mutierten Stückchen Grün in Dortmund-Bodelschwingh.