Gartenreisen

Belgienreise 2011

Drei Tage im westlichen Nachbarland Flandern boten starke Eindrücke

Architektur mit Heckenschere gegen
Landschafts-Kunst wie im Gemälde

Orange-blau - ein starker Kontrast.Orange-blau - ein starker Kontrast.Eine Drei-Tage-Tour durch Flandern am ersten Juli-Wochenende stand für die Teilnehmer unter einem wirklich guten Stern - der Sonne nämlich, unerlässliche Zutat zu einer gelungenen Gartenreise. In insgesamt sieben große, ländliche Privatgärten durften die Gäste aus Westfalen eintreten. So unterschiedlich sie alle waren, so beeindruckend zeigten sich alle gleichermaßen, sowohl in der Größe wie auch in der Konsequenz der Gestaltung. Eins wurde deutlich: Formale Strenge, Architektur, die mit der Heckenschere geformt wird, hat offenbar in unserem Nachbarland einen weit höheren Stellenwert als hierzulande. Doch auch der Kontrast dazu, die künstlich angelegte, aber naturnah wirkende Landschaft, die Farbenfülle neben schlichtem Grün waren zu finden.

Klar formale Gliederung in Hausnähe, gepaart mit frei und fast wild wirkenden Bereichen weiter draußen, die in die Landschaft der Umgebung übergehen, das ist das Kennzeichen von "Meirlaenhof" der Familie Cauwer-Rombault unweit Antwerpens. Dieses erste Beispiel erstreckt sich immerhin über einen ganzen Hektar. Die 10.000 Quadratmeter bieten Raum für etliche nach Nutzung und Farben geordneten Bereiche, Hecken und in die Gestaltung einbezogene Nebengebäude. Je weiter man sich vom Haus entfernt, um so ursprünglicher und natürlicher wirkt die Anlage. Schließlich geht es über eine Brücke zur Obstwiese mit Pavillon.

Pavillon

Eigene Kanäle, Pavillons, Platz ohne Ende: beneidenswert, aber auch viel Arbeit.

Ehemals ein Klosterhof: die ideale Welt auf sieben Hektar

Siebenmal so groß präsentiert sich das zweite Anwesen "Bijsterfeld" der Malerin Nina Balthau in der Nähe von Gent. Vor 20 Jahren erwarb sie zusammen mit ihrem Mann das historische Bauerngehöft aus dem 15. Jahrhundert, um es selbst zu verwandeln - mit Wasserkanälen, Brücken, hecken-begrenzten Gartenräumen, Alleen und Laubengängen, ganz romantischer Künstlergarten.

Dass in Bijsterfeld Licht, Farben und Perspektiven die Hauptrollen spielen, ist nicht überraschend für eine gärtnernde Künstlerin. Das war ganz anders, als das Anwesen vor Jahrhunderten noch ursprünglich genutzt wurde. Der Hof hatte nämlich die Aufgabe, Obst und Gemüse für die Küche des nahen Klosters zu liefern. Aus einer so großen, landwirtschaftlich genutzten Fläche einen Garten zu machen, war eine gigantische Aufgabe. Auf dem gesamten Gelände gab es drei Bäume. Ansonsten: Wiese, nichts als Wiese. In der ersten Begeisterung habe sie wild drauflos gepflanzt, gesteht die Besitzerin. Dann ging sie entschieden daran, geordnete Strukturen zu schaffen, in denen sich die Pflanzen nun wie selbstverständlich entwickeln.

Ungewöhnliches wurde gewagt: u.a. bekam das uralte Haus einen rosa Anstrich. Es gibt bemerkenswerte Details, die selten zu finden sind. Dazu gehören Wasserkanäle, die den inneren Garten rund ums Haus umschließen. Über Brücken geht es in die äußeren Bereiche. Gartenzimmer mit grünen Wänden, ein Obstspalier in Birnenform, Alleen und Laubengänge bieten dem Auge immer wieder Neues und Überraschendes. Eine kleine Insel wurde zum Monument der Familientragödie; der Tod des Sohnes, an den seine lebensgroße Skulptur erinnert. Den Riesengarten, in dem so viele glückliche und traurige Momente gelebt wurden, kann die Künstlerin heute nur noch mit professioneller Hilfe unterhalten. Wen wunderts... (Fotorundgang)

Der eigene Kirchturm im Garten

Nicht schlecht, der eigene Kirchturm im Garten, auch wenn die Aussicht nur geborgt ist.

In Rente gehen ist auch Chance zum Neuanfang

Das Grundstück, das sich das Ehepaar Meinhardt pünktlich zu Beginn des Rentenalters mitten im Dorf Boekhoute kaufte, um neu zu bauen und einen Garten anzulegen, misst immerhin noch 2000 Quadratmeter. Sein großes Plus sind klare Gestaltung mit einer Sichtachse auf das eigene, elegante Gartenhaus und  - den  Turm der Dorfkirche, der so aussieht, als stehe er im Garten. Man könnte fast sagen, die "geborgte Aussicht" ist geklaut.
 
Drei Teile hat "Het kleine Paradijs", das unter Mithilfe des holländischen Gartenarchitekten Arend van der Horst entstand. Klare geometrische Formen gliedern das Gelände. Schon im Vorgarten mit rechteckigem Teich und ebenso geformten Beeten, Kieswegen, Formgehölzen und Rosen wird dies deutlich. Von der Terrasse aus erlebt man dann den oben erwähnten "Postkarten-Ausblick" auf Gartenhaus und Kirchturm.

Auch der Staudengärtner Maurice Vergote machte aus seinem Start in den Ruhestand einen Sprung in die neue Existenz. Nachdem er seine Gärtnerei "Het Wilgenbroek" verkauft hatte, beschäftigte er sich die nächsten vier Jahre damit, eigenhändig, nur mit Hilfe eines Maurers, sein eigenes Wohnhaus und ein Gebäude für ein "Bed & Breakfast" zu errichten. Um den Pensionsbetrieb kümmert sich vor allem seine Frau.  Einen Hektar Gartenland drumherum  bearbeitet der "Ruheständler", seines Alters zum Trotz, nunmehr seit Jahren nur so zum Spaß. Das Gelände wurde komplett neu gestaltet. Im "Tuin van Maurice" hat Formales nichts zu suchen; es gibt geschwungene Beete mit vielen, wunderbar zusammengestellten Staudenraritäten. Vergote betreut seinen großen Garten in Zusammenarbeit mit der kleinen Gärtnerei "Epimedium". Seine neueste Leidenschaft gilt den Agapanthus. Von diesen südafrikanischen Prachtstauden besitzt er mittlerweile eine ganze Sammlung. Ihr leuchtendes Blau bringt Frische in die Sommerbeete.

Skulpturen

Skulpturen mit der Heckenschere

Ganz anders wiederum das Anwesen "Topiary" des Ehepaares Christiaen-Standaert in Zedelgem, das übrigens mit Vergotes befreundet ist. Das vor 20 Jahren  vom Landschaftsarchitekten Chris Ghyselen entworfene Projekt zeigt auf 3.800 Quadratmetern Stadtgarten konsequente Heckenarchitektur in Buchs, Buche und Eibe. Einen stärkeren Kontrast zu dem Tuin von Maurice Vergote lässt sich kaum denken.  Der Hauptbereich wird von einem Schachbrett aus unterschiedlich hohen Quadern bestimmt, das an die Steinstelen des Holocaust-Denkmals in Berlin erinnert. Die Strenge der Gestaltung mit Hilfe grüner "Mauern" wird nur im Wassergarten unterbrochen. Der durch Baumaschinen gnadenlos verdichtete Untergrund wurde zum Sumpf erklärt, weil der steinharte Boden keine andere Lösung zuließ und bietet nun überwältigende Pflanzenfülle mit seltenen Arten.

Der Architekt dieser Anlage, Chris Ghyselen, hat sich im Ort Beernem wiederum selbst auf 5000 Quadratmetern mit "Oostveld" sein eigenes Refugium und privates Experimentierfeld geschaffen. Auch hier gibt es mächtige Schnitthecken, nicht formal, sondern organisch geformt, wie Riesenraupen. Hinzu kommen "wilde" Bereiche wie Wiese und Teich, außerdem Gewächshaus, Gemüsegarten und noch mehr. In manchen Bereichen gehen Landschaft und Garten so ineinander über, dass die Grenzen verschwimmen. Dass er seine Staudenraritäten in der eigenen kleinen Gärtnerei auch zum Verkauf anbietet, mag in manchen Reisenden die Sammelleidenschaft neu angefacht zu haben.

Strenge Quader

Strenge Quader wie ein Monument.

Schauen, Einkaufen, Essen im Garten - was wäre besser?

Dieser Leidenschaft durften die Dortmunder am Sonntagmorgen noch einmal frönen, in der kleinen, feinen Gärtnerei "de Goede Aarde" von Frans und Fanny Gijsels. Es gab eine große Anzahl sehenswerter Pflanzen in einer perfekt gestalteten und gepflegten Anlage zu entdecken. Dazu wurde Kaffee serviert, sodass die Teilnehmer munter in den dritten Reisetag starteten.

Der letzte Privatgarten der Reise trägt den poetischen Namen "Les De`sses vertes". Dieses Wortspiel nimmt Bezug auf die Namen der Besitzer , das Ehepaar  De Sy-De Smet("Die zwei grünen S"oder auch "von den grünen S`s"). Gleichzeitig heißt "Les Deesses vertes" auch "die grünen Göttinnen" (Was ist nun gemeint? Egal, im französischen Sprachraum sind Wortspiele noch beliebter als bei uns.). Die viereinhalbtausend Quadratmeter des Anwesens von Ehepaar De Sy-De Smet werden von seinen Besitzern selbst in Form gehalten. Eine große Aufgabe für den Tierarzt und seine Frau, denn das vom Gartenarchitekten Eric de Waele gestaltete Gelände zeigt viele formale Elemente, Hecken die Menge und auch Buchskugeln nicht zu knapp. Lediglich im Vorgarten gab es in letzter Zeit - weil der Buchsbaumpilz Schäden angerichtet hat - Veränderungen. Eine teilweise Umgestaltung war nötig; das Ganze befindet sich noch im Experimentierstadium. Der größte Teil des Gartens ist jedoch perfekt in Form. Die Sichtachse von der Terrasse über den langgestreckten Teich mündet im Ruhepunkt am anderen Ende, der Luytens-Bank. (Fotorundgang)

Selbst der Restaurantbesuch vor der Rückfahrt fand in einem besonderen Garten statt. Die Besitzer von "De Lozen Boer" hatten sich die Ideen für das romantische Grün rund um ihr ländliches Lokal direkt von einem Englandbesuch mitgebracht. Der Aufenthalt in ihrem phantasievollen und nahrhaften Reich war idealer Abschluss einer Reise voller Kontraste.
 

Schon 2008 ging es nach Westen ins Reich der grünen Skulpturen

Sechs Paradiese für ausdauernde Wanderer
 

PflanzenkompositionBelgische Gärten verdienen eine Eins in Punkto Komposition.Belgien war nicht zum ersten Mal Ziel der Dortmunder: 2008 organisierte Reinhild Barton ihre erste größere Reise für die GdS-Regionalgruppe Dortmund. Damals besuchten die Westfalen in der Region Belgisch-Limburg sechs zumeist sehr große Gärten. Vielfalt, Perfektion und Individualität zeichnen die Gartenkultur des westlichen Nachbarlandes aus. Ihre Ideen zeigen Anleihen aus dem klassischen, französischen wie auch dem britischen Stil. Geometrie und Architektur-Elemente sind ebenso wichtig wie Staudenborder und Landschaftsgarten.

Gleich das erste Beispiel bot beides: Vier Hektar misst das Reich der Gartenarchitektin Dina Deferme und ihres Mannes Tony Pirotte. Es liegt bei Hasselt westlich von Maastricht, abgeschieden und ländlich. Ihr grünes Reich ist in Gartenräume unterteilt, gestaltet nach Kriterien wie Farbe und Licht. 40.000 Quadratmeter wollen erwandert werden. Von einem Bereich geht es in den Nächsten. Jedes "Zimmer" hat ein eigenes Thema - ob "Park" mit Rasenflächen, intimer Gartenhof, Kräuterenklave im Buchsrahmen, Schattenwald mit kostbarem "Unterwuchs", Farbbeete, Pavillons, Rankgerüste, Hecken und Sitzplätze - zum neidisch werden! Allerdings, wenn man an die Arbeit denkt...

Maerchenwald

So sieht ein Märchenwald aus, in dem alle Geschichten ein gutes Ende haben...

Der Garten half nach schwerem Unfall zurück ins Leben

Dina Deferme kam auf dramatische Weise zu diesem Gesamtkunstwerk. Sie erlitt einen schweren Autounfall mit gefährlichen Verbrennungen. Die lange Genesungszeit zwang zur zurückgezogenen Lebensweise. Die Arbeit an Planung und Fertigstellung des Gartens halfen ihr, ins Leben zurück zu finden. Die nun wieder erfolgreiche Gartenarchitektin und die GdS trafen einander übrigens in Dortmund, anlässlich eines Vortrags der Belgierin bei den Rosenfreunden.

Die bescheidene Außenseite scheint ein Kennzeichen Limburger Lebensstils zu sein. So wars beim Anwesen von Annie Meuvissen in Diepenbeck. Sind wir hier richtig, fragten sich manche Reiseteilnehmer beim Betrachten des unauffälligen Hausvorgartens. Doch ein paar Schritte hinter dem kleinen Gartentor hatte das Understatement ein Ende. Besucherinnen und Besucher riefen überwältigt Ah und Oh und dachten "gut, dass wir bequeme Schuhe anhaben..." -  ein Riesengelände, unterteilt in verschiedenste Bereiche, lag vor ihnen.

Ein Gartentyp folgt dem nächsten, alle genial gestaltet, mit leichter Hand und Blick für die dekorativen Möglichkeiten unterschiedlicher Pflanzenformen, von ausdrucksstarken Farnen mit Clematis über Rosen mit Buchs zum ewig langen, zweiseitigen Border ganz in Pastell, wo sogar Papaver somniferum seine leicht knittrigen Seidenpapierblüten auf dünnen Schwanenhals-Stielen entfaltet. Schade, dass man in Deutschland keinen Schlafmohn im Garten haben darf!  Ach und was gibt es noch zu sehen: ein eigenes Wäldchen mit Hosta-Pfad, eine Obstwiese mit Fernblick und ein veritabler, großer Gemüsegarten, den ein Extra-Gärtner bewirtschaftet - der nicht mehr junge Vater der Hausherrin.

Einiges an Souvenirs aus diesem monumentalen Gartentraum ist in Form junger Pflänzchen mit den Gästen nach Dortmund gegangen. Ein eigener Anzuchtgarten macht's möglich.

Zweieinhalb Hektar für "arme Leute" - ach, wer das hätte...

Mit zweieinhalb Hektar zeigt sich der Dautenhof im selben Ort, die alte "Kempische armemanswoning" der Familie Coemans so, dass jeder sofort in diese ehemalige Armeleute-Unterkunft einziehen möchte. Ruhe, viel Formschnitt, viel Grün und dezent eingesetzte Blütenfarben kennzeichnen den Gartenstil. Die in großer Anzahl aufgereihten Buchskugeln wirken "rollfähig" - dagegen bilden bodendeckende Stauden große, einheitlich strukturierte Flächen.

Hoher Baumbestand, ein Wintergarten und ein Ziegenhof mit etlichen der cleveren Vierbeiner sind ebenfalls zu bewundern. Die klare Gestaltung gibt einen angemessenen Hintergrund für zahlreiche Gartenantiquitäten ab, zumeist Fundstücke vom Flohmarkt im nahen Tongeren. Die alten Scheunen mitten im Garten liefern romantische Szenerien dazu. Und es fehlt auch nicht die hauseigene Mini-Gärtnerei mit verführerischen Raritäten-Töpfchen...

Diepenbeek beherbergt einen weiteren, sehenswerten Formschnitt-Garten: Das Ehepaar Janssen-Meyers verblüfft die Besucher des eigenen grünen Reichs mit einer Fülle witziger und skurriler Ideen, nachdem Vorgarten und Gartentür sich in typischem Understatement unauffällig geben. Auch hier zeigt wieder Buchs seine unbegrenzte Formbarkeit, ob als Kugel, Kegel, Block oder irgendeine andere Figur. Eleganter Kontrast dazu: geschwungene Beete und eine scheinbar übersichtliche, aber trotzdem nie wirklich einsehbare Gestaltung ohne hohe Zwischenhecken. Hohe Bäume sorgen für Wechsel zwischen Licht und Schatten; das lange Grundstück erschließt sich nach und nach. Die Gäste entdecken ständig Neues, offene Sitzplätze, Lauben, einen Teich.

Schloss Hex

Ein verhextes Schloss mit allem Drumherum - und ein Festival auch ohne Dornröschen.

Zauberhafte Adresse nicht nur zum Festival: Schloss Hex

Die Dortmunder blieben in Bewegung - erneut auf sehr großer Fläche: Schloss Hex, erbaut im 18. Jahrhundert vom Prinzbischof von Lüttich, stand ebenfalls auf dem Besichtigungsprogramm. Hier findet an zwei Wochenenden im Jahr, im Juni und September, ein bekanntes Gartenfestival statt. Reisetermin und Festival fielen 2008 zusammen, eine erneute Gelegenheit zum Erwerb grüner Mitbringsel. Auch ohne Kaufrausch gabs was zu sehen: Das Jagdschlösschen ist umgeben von Gärten in französischen, englischen und chinesischem Stil, hat einen Rosen- und einen hektargroßen, blütenreich gestalteten Küchengarten. Zudem beeindrucken zwei 800jährige Eichen und andere Baum-Methusalems auf dem Gelände.

Auch der letzte Garten "Vancrever Höfke" in Ijzeren-Valkenburg zeigte noch einmal den Umgang mit der Heckenschere in Perfektion: Grüne Wände und Figuren so akkurat wie mit dem Laser ausgeschnitten. Ein einfaches Lot ist das Geheimnis der exakten Pracht, verriet Hausherr Notermanns. Der Werkzeugmacher hat sich zudem eine weitere Kunst angeeignet - die Steinbildhauerei. Aus dem Sandstein der Umgebung meißelt er Urnen, Stelen, Säulen und Tiere, die vor grünem Hintergrund so dekorativ wirken. Und dass man diese steinernen Zeugen kunsthandwerklichen Geschicks auch noch erwerben kann! Der Bus hat auf der Rückfahrt mit Sicherheit etliches Gewicht zusätzlich transportieren müssen...


Alle Fotos: R. Barton


Einzeln unterwegs

Wenn Du einsam spazierst,
lass Blicke schweifen;
und wenn sie nur das Ferne streifen.
Alles, was sie je berühren,
sollen sie Dir zu Herzen führen
und es Dir wie Deinesgleichen
als stillen Gefährten zur Seite reichen:

Dir wird der Himmel den Du siehst,
zum Blau aus dem Dein Auge ist.
Dir wird der hingestreckte Ast
zum Arm, nach dessen Hand du fasst.
Dir wird der Wind, der in den Blättern knistert
zum Gegenüber, das dir flüstert,
wie EINZELN Du auch immer seist,
begleitet Dich der Weltengeist.

Cornelia Schneider