Privatgärten

Amateure zeigen Talent

TeufelchenStaudenfreunde: Ihre Gärten sind so unterschiedlich wie sie selbst

Gesellschaft der Staudenfreunde: Der Name wirkt irgendwie Respekt heischend, vermittelt den Eindruck fachlicher Kompetenz und ernsthafter Beschäftigung mit einem komplizierten Thema. Dass die Mitglieder der sogar von Fachjournalisten schon mal als „ehrwürdig“ bezeichneten Vereinigung keineswegs ein Haufen abgehobener Experten mit speziellem Fachwissen sind, wird nirgends so deutlich wie in ihren eigenen Gärten.

Die sind genauso unterschiedlich, vielfältig und überraschend wie die Männer und Frauen, die sich der Vereinigung angeschlossen haben. Wenn auch eine Reihe von Berufsgärtnern, Landschaftsarchitekten und Fachautoren in ihren Reihen zu finden ist – die überwiegende Mehrzahl betreibt das Gärtnern als Hobby, mit Leidenschaft, dem Mut zum Experiment und einer Prise Humor, wenn mal etwas schiefgegangen ist.


 

Blütenfülle

Phloxe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dritte große Umgestaltung hat sich bewährt und gedeiht prächtig

Farbfeuerwerk der Stauden im Kiesbeet
ersetzte erfolgreich klassischen Rosengarten

Es ist die dritte große Umgestaltung, die der Garten des Lehrer-Ehepaares zum Zeitpunkt dieses Besuches hinter sich hat. Als Inge und Gerd Imkamp das Haus mit 1100-Quadratmeter-Grundstück in Ahlen erwarben, war die erste fällig.


Ein Garten der Kontraste auf einem schwierigen Gelände

Klar geplant - aber voller Überraschungen

SkulpturMargrit Lind-Eging und ihr Mann begannen die Vorarbeit zum Garten, noch bevor das Haus stand. Das 1300-Quadratmeter-Grundstück in Bochum-Weitmar erwarben sie 1993. Das Gelände liegt am Ortsrand, auf einer Seite begrenzt von baumbestandener Wildnis. Zu dieser Seite hin fällt das Terrain steil ab. Eine Gelegenheit, Material für spätere Terrassen günstig zu bekommen, bot sich 1994, als große Natursteinblöcke von einem Steinbruch zur Deponie gebracht werden sollten. Heute beherrschen Kontraste den Familiengarten: ein schattiges, kühles Tal und halbschattige bis sonnige Terrassen bis hoch zum Rasen vor dem Haus.


Rosen, Clematis, Obst und Stauden -
im Cottagegarten duften sie um die Wette

GewächshausSeit gut 40 Jahren lebt Brigitte Ruhnau in ihrem großen Altbau in ländlicher Lage Lünens. Was sie inzwischen auf dem 1 400 Quadratmeter großen Grundstück hinter dem Haus geschaffen hat? Einen Cottage-Garten, wie man ihn aus englischen Bilderbüchern kennt! Dieses Muster-Exemplar an Farb-, Duft- und kulinarischer Fülle öffnet sie seit Jahren regelmäßig für Besucher. Der Grund: Sie hofft, andere mit ihrer Gartenbegeisterung anzustecken.


Ingrid AdeltIngrid Adelt und ihr grünes Paradies:

Locker, mit leichter

Hand und nirgends,

niemals, langweilig

 


Der Garten von GdS-Mitglied und Gartengestalterin Ingrid Adelt in Hattingen-Niederwenigern ist mit rund 500 Quadratmetern nicht gerade riesig, wirkt aber durch die geschickte Aufteilung und die immer wieder neuen An- und Ausblicke größer. Alljährlich im Frühjahr öffnet der sorgfältig geplante, locker und naturhaft wirkende Garten seine Pforten für alle Besucher.


Weniger ist mehr: Einfaches Rezept
für einen pflegeleichten Garten

Jürgen MartJürgen MartAls er andere Staudenfreunde in seinen neu umgestalteten Garten einlädt, ist es mehr als 30 Jahre her, dass Jürgen Mart mit seiner Familie in den Neubau in Nordkirchen einzog. 1982 - das Datum wurde gut lesbar eingeprägt auf einem der Ziegel-Pflastersteine im Eingangsbereich des Vorgartens.

Während in der Zeit, in der die Familie Mart hier Regie führt, ein dicht bepflanzter Garten zu sehen ist, gab es damals nur neubau-typischen Rohboden. "Ich habe im ersten Jahr Kartoffeln in den Vorgarten gepflanzt," erinnert sich der gelernte Gärtner für Zierpflanzenbau. Wen das wundert, der sollte wissen: Erdäpfel sind ein gutes Mittel, um humusarmen und möglicherweise mit Krankheitserregern belasteten Boden fit für den Garten zu machen.


"Mutters Garten" ist eine Sinfonie
aus vielen Farben und Erinnerungen

Heike BussemasHeike BussemasHeike Bussemas ist erst  seit einem Jahr Staudenfreundin - im Vergleich zu den meisten Mitgliedern also absoluter Neuling, als sie bereits so mutig ist, die Pforte ihres Gartens zum ersten Mal zu öffnen. "Ihr Garten" - das ist das große Gelände rund um den ebenfalls nicht kleinen Altbau erst seit 2009. Bis dahin war es "Mutters Garten", das Reich von Karin Bussemas, die hier seit den 60er Jahren zusammen mit ihrem Mann Werner die Regie führte. Als sie vor einigen Jahren starb, übernahm die Tochter ihren Part.


Ulla GlombiewskiImmer im Gespräch mit Besuchern: Gastgeberin Ulla Glombiewski (rechts).

Großer Wohngarten bietet Kontraste:

Rosenduft und

Froschgequake


Ulla Glombiewski und ihr Mann Gerhard sind nicht lange Mitglieder bei den Staudenfreundenes als sie 2011 erstmals zu einer offenen Gartenpforte einluden. Doch dieser Einsatz zugunsten des Hospiz Schwerte war nicht der erste seiner Art für die beiden Dortmunder. Und ihr Garten ist auch nicht so neu, sondern er ist im Laufe von Jahrzehnten gewachsen!


Dorothea Steffen im Gespräch mit Besuchern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Dorothea Steffen im Gespräch mit Besuchern.

Kein Rasen, aber ein Meer von Blüten im Neubau-Gärtchen:

Paradies für eine Großfamilie

Dass Dorothea Steffen gelernte Biobäuerin ist, lässt sich noch erahnen: Dekorative Gemüse wie der dunkelrot beblätterte Kohl, der gerade gelb blüht und die Haferwurz, ein zweijähriges, altes Wurzelgemüse mit sehr dekorativen, purpurrosa Blüten und riesigen, silbernen Samenkugeln wie überdimensionaler Löwenzahn , sind zumindest eine Reminiszenz an ihren früher erlernten Beruf. Doch in ihrem 100-Quadratmeter-Neubaugärtchen fehlt leider der Platz für klassischen Gemüseanbau. "Meine Kinder", gesteht die siebenfache Mutter,"hätten natürlich am liebsten Sachen zu essen im Garten."