Privatgärten

Garten Brigitte Ruhnau

Rosen, Clematis, Obst und Stauden -
im Cottagegarten duften sie um die Wette

GewächshausSeit gut 40 Jahren lebt Brigitte Ruhnau in ihrem großen Altbau in ländlicher Lage Lünens. Was sie inzwischen auf dem 1 400 Quadratmeter großen Grundstück hinter dem Haus geschaffen hat? Einen Cottage-Garten, wie man ihn aus englischen Bilderbüchern kennt! Dieses Muster-Exemplar an Farb-, Duft- und kulinarischer Fülle öffnet sie seit Jahren regelmäßig für Besucher. Der Grund: Sie hofft, andere mit ihrer Gartenbegeisterung anzustecken.

Als die Ruhnaus 1975 einzogen, war das Haus renovierungsbedürftig, der Garten vernachlässigt. In der Folgezeit entstand ein Heim für die junge Familie. Draußen wohnen – das hieß auch Platz für die Kinder zum Spielen; es gab einen Gemüsegarten, Obstbäume, Beerensträucher. Farben und Düfte durften aber schon damals nicht fehlen. Schöne An- und Ausblicke waren der Lünerin von Anfang an wichtig.

Ein Garten ohne Rosen, das wäre gar nicht vorstellbar. Ihre zarten Samtblüten, ihr süßes Parfüm gehörten von Anfang an dazu. Brigitte Ruhnau ist nicht nur Mitglied der Stauden-, sondern auch der Rosenfreunde. Und auch wenn ihr grünes Reich zu Anfang mehr Bauerngarten im deutschen Stil war - für die Gestaltung mit Blüten wendete sie damals schon viel Arbeitszeit auf. "Ich habe früher weit mehr Einjährige angezogen." Die müssen zwar jedes Jahr wieder neu heran gezogen werden, blühen aber meist üppig und über etliche Monate hinweg.

Als die Kinder heranwuchsen – aus dem Sandkastenalter heraus – wurden zunehmend andere Gestaltungen ausprobiert. Zwischenzeitlich war das Gelände mit einer großzügigen Wasseranlage versehen. Es gab einen großen Teich in Hausnähe, einen weiteren Teich, und sogar einen Bachlauf. Da sich diese Ideen als nicht so ganz praktikabel erwiesen wie gedacht, wurden sie bis auf einen kleineren Naturteich wieder verfüllt.

Blaue BlütenGartenfoto mit BildInzwischen sind die Einjährigen und die Gemüse den Staudenbeeten gewichen. Die blühen mit den benachbarten, oft von Clematis umrankten Rosen gemeinsam und beziehen die Königin ganz republikanisch in die dichte Blütenfülle mit ein. Geblieben sind die Obstbäume, deren Blüten das Frühjahr schmücken und deren Früchte Hochsommer und Herbst versüßen. Brigitte Ruhnau: "Manchmal wundern sich die Leute, dass alles so dicht bepflanzt ist. Aber viele sagen auch: So muss das Paradies aussehen."

Die Absicht, andere mit dem Gartenvirus anzustecken, scheint zunehmend zu gelingen. In jedem Herbst verschenkt Hobbygärtnerin Ruhnau Ableger an Nachbarn und andere Interessenten. "Es gab sogar einmal jemanden, der seinen ganzen Garten mit meinen Stauden bepflanzt hat."InsektenparadiesInsektenparadies