Privatgärten

Garten Jürgen Mart

Weniger ist mehr: Einfaches Rezept
für einen pflegeleichten Garten

Jürgen MartJürgen MartAls er andere Staudenfreunde in seinen neu umgestalteten Garten einlädt, ist es mehr als 30 Jahre her, dass Jürgen Mart mit seiner Familie in den Neubau in Nordkirchen einzog. 1982 - das Datum wurde gut lesbar eingeprägt auf einem der Ziegel-Pflastersteine im Eingangsbereich des Vorgartens.

Während in der Zeit, in der die Familie Mart hier Regie führt, ein dicht bepflanzter Garten zu sehen ist, gab es damals nur neubau-typischen Rohboden. "Ich habe im ersten Jahr Kartoffeln in den Vorgarten gepflanzt," erinnert sich der gelernte Gärtner für Zierpflanzenbau. Wen das wundert, der sollte wissen: Erdäpfel sind ein gutes Mittel, um humusarmen und möglicherweise mit Krankheitserregern belasteten Boden fit für den Garten zu machen.

Danach ist kein Kartoffelacker mehr zu erblicken; stattdessen wird der große Vorgarten durch eine Reihe von teils immergrünen Bäumen und Sträuchern, einigen Kletterrosen und Stauden bestimmt. Zwischenzeitlich wuchsen hier noch mehr Gehölze, auch Taxus. Die Gattung ist heute noch durch zur "grünen Mauer" zurechtgeschnittene Exemplare und eine schmal wachsende Pflanze vertreten.

KnoeterichKnöterich

HerbstprachtHerbstprachtDas früher hinter dem Haus wachsende Gemüse ist inzwischen den Stauden gewichen. Allerdings gibt es noch einen Apfelbaum, drei Meter Himbeerhecke, einen Brombeer- und einen Johannisbeerstrauch, die zum Naschen einladen. Große Vielfalt bestimmte über lange Zeit die Pflanzungen. "Das machte viel Arbeit," bekennt der Stauden- und Rosenfreund, der zum Zeitpunkt der Gartenöffnung kurz vor Vollendung des 80. Lebensjahres stand. 

Obwohl er in diesem Alter noch aktiv und belastbar wirkt, fand Sohn Matthias, ebenfalls professioneller Gärtner, dass der Vater für das Grün rund ums Haus weniger Pflegeaufwand einplanen sollte. Die letzte Umgestaltung ist die dritte seit dem Einzug und inzwischen eingewachsen. Das Rezept ist schlicht: wenige, kontrastreiche Arten, Blütenpflanzen und Gäser, werden jeweils in großer Zahl kombiniert (siehe Bild links). Auf diese Weise entstehen ausdrucksstarke Bilder, die auch aus der Ferne beeindrucken. Anlagen der bekannten Gartengestalterin Petra Pelz lieferten die Inspiration.

WeinbergschneckeWeinbergschneckeRund um das Einfamilienhaus gibt es mehr oder weniger schattige oder auch vollsonnige Plätze, die die Pflanzenauswahl bestimmen. Auf Rasen hat Jürgen Mart verzichtet. Stattdessen lässt sich das Grundstück auf gepflasterten oder mit Rindenmulch bestreuten Wegen erwandern. Die dichte Fülle gefällt nicht nur den Menschen, sondern auch Tieren. Am Tag der offenen Gartenpforte ließ sich ein hierzulande seltener Gast blicken: eine große Weinbergschnecke kreuzte den Weg im feuchten Schatten und ließ sich von den Staudenfreundinnen ablichten.

 

 

 

Text und Fotos: M. Zybon-Biermann