Natur und Garten

Dortmunds grüne Modellprojekte

Unterstützung aus Berlin und Brüssel

Dortmunds Grün soll nicht nur erhalten, sondern auch im Hinblick auf seine Qualität und Pflege nachhaltig gesichert werden. Dafür gibt es Unterstützung aus Berlin und Brüssel. Vom Bundesumweltministerium sind jetzt 2,2 Millionen für Modellprojekte im BotanischenGarten und Westfalenpark bewilligt worden. Im Rahmen des EU-Projektes „proGIreg“ werden Ideen zur Aufwertung ehemaliger Industriestandorte entwickelt. Davon profitiert der Stadtbezirk Huckarde, der bisher im Vergleich zu den anderen Dortmunder Außenbezirken in Sachen Grün schlechter abschneidet.

Dortmund ist im Großen und Ganzen üppig mit Grün versorgt. Spitzenreiter unter den Stadtbezirken sind die nördlichen Stadtteile: Scharnhorst hat 62,7, Mengede 63,4 und Eving 60,6 Prozent Grünanteil. Es folgen Hombruch und Hörde, dann Lütgendortmund, Aplerbeck und Brackel.. Huckarde ist bislang in der Reihe der Außenbezirke mit 49,3 % das Schlußlicht. Die drei Innenstadtbezirke weisen allerdings mit rund 20 % noch weit weniger auf.

Vor Jahrzehnten lud die Stadt Dortmund im Sommer regelmäßig zur 49-Prozent-Wanderung ein. So hoch sei der Anteil an Grünflächen, hieß es. Später tauchten noch andere Zahlen auf; einmal 39 % und dann wurde die Westfalenmetropole gar mit 70 Prozent zur zweitgrünsten Großstadt Deutschlands (nach Hamburg) gekürt. Wie sind solche Abweichungen möglich? Die 70 Prozent kamen bei der Auswertung von Satellitenbildern zustande. Da wurde alles, was an Grün sichtbar war,, auch Straßenbäume und Privatgärten mit eingerechnet. Die besonders niedrige Zahl 39 ergab sich, weil Kleingartenanlagen und Eigenheimsiedlungen, selbst wenn sie mehr Grün- als bebaute Fläche haben, als Siedlungsfläche in die Statistik einflossen. Sogar Parks und Friedhöfe, die mit zahlreichen Gehölzen punkten können und fast komplett grün sind, wurden genau wie dicht bewachsene Haldenflächen in die Kategorie Siedlung eingeordnet.

Die großen Parks erhalten 2,2 Millionen

Im Romberg- und  Westfalenpark soll es keine Energieverschwendung mehr geben. Eklatantes Beispiel dafür ist die Heizung eines  Außenbeckens für tropische Wasserpflanzen am Zentralplatz des Westfalenparks. Das Bundesministerium des Inneren, für Bauen und Heimat (BMI) hat jetzt  2,2 Millionen €  aus dem Programm „Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen“ für insgesamt zehn Vorhaben in beiden Parks bewilligt, sechs davon im Botanischen Garten, vier im Westfalenpark.

Mit Regenwassernutzung, optimierten Bewässerungsanlagen, begrünten Dächern, Flächenentsiegelungen und Feuchtbiotopen soll unter anderem das städtische Kleinklima verbessert werden. Für das oben genannte Warmwasserbecken wird allerdings mehr Aufwand nötig sein – was genau, steht noch nicht fest. Angedacht sind Methoden wie Solarthermie oder gar ein lokales Blockheizkraftwerk. Das Dach des Sonnensegels wird künftig nicht nur Schattenwerfer und architektonisches I-Tüpfelchen sein, sondern gleichzeitig das Regenwasser sammeln und zur Bewässerung des Westfalenparks beitragen.

Pflanzen gießen nur noch mit Regenwasser

Im Botanischen Garten Rombergpark (BGR) soll Regenwasser künftig ebenfalls weit mehr als heute dazu dienen, Pflanzen zu versorgen. Dazu werden Dächer begrünt, Niederschläge aufgefangen und automatische Bewässerungsanlagen installiert.Die 23.000 Quadratmeter Dünen-, Heide- und Mooranlage werden zusammen mit dem Lehr- und Heilkräutergarten ihr Wasser künftig nachts erhalten, wenn weniger davon verdunstet.

Auch im BGR gibt es ein größeres Modellprojekt – die Pflanzenschauhäuser mit ihren exotischen Pflanzenraritäten. Der Botanische Garten prüft dafür zusammen mit dem Zoo und dem benachbarten Berufsförderungswerk ein gemeinsames Blockheizkraftwerk, in dem Gehölzschnittabfälle zusammen mit Gas Wärme und Strom produzieren könnten.

2.2 Mio Bundesförderung für Westfalen  und Rombergpark (Foto Roland Gorecki)

Über die von Berlin zugesagten 2,2 Millionen freuen sich OB Thomas Westphal, MdB Sabine Poschmann, Westfalenpark-Leiterin Annette Kulozik und der Chef des BGR, Dr. Patrick Knopf ganz besonders. Hier stehen sie am Warmwasserbecken im Westfalenpark.

 

Foto Roland Gorecki