Natur und Garten

Dachgarten und Streuobstwiese

Projekte für urbane und ländliche Räume

Wie unterscheiden sich Natur und Garten? Erstere entstehe von allein und letzterer sei ausschließlich menschlichen Ursprungs – ist die Antwort so einfach? Schließlich gibt es auch den Naturgarten oder die Parklandschaft. Dabei handelt es sich nicht um abstrakte Begriffe, sondern um reale Lebensräume. Beide sind von Menschen geschaffen, lassen aber der Natur viel Freiheit.

In der Tat beziehen Parklandschaften wie im Westfälischen Münsterland oder in England ihren Charme auch aus der Tatsache, dass sie über Jahrhunderte entstanden sind. Vielfalt ist ihr Kennzeichen. Die kleinteilige Kulturlandschaft, geprägt durch Äcker, Weiden, Hecken und Gebüsch, in die einzelne Gehöfte, aber auch Kirchen und Adelssitze eingebunden sind, hat einen besonderen ästhetischen Wert.

Blüten im Stadtpark und auf der Verkehrsinsel

Selbst in Großstädten besinnt man sich auf die Bedeutung des Gärtnerns und der Grünpflege. Neben Mammutprojekten wie der Renaturierung von ehemals zu Abwasserkanälen degradierten Flussläufen sind inzwischen überall kleine und größere Naturinseln im Häusermeer entstanden: Alleen, Gärten, Balkone, begrünte Dächer und bepflanzte Verkehrsinseln gibt es in vielen Großstädten. Kleingärten erfreuen sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Streuobstwiesen bewahren alte Obstsorten vor dem Verschwinden.

Vereine und Organisationen bieten neben öffentlichen Einrichtungen wie Botanischen Gärten und Parks Informationsveranstaltungen, Gestaltungsbeispiele, die Möglichkeit, sich im Grünen zu erholen und Anregungen für den eigenen Garten oder Balkon mitzunehmen. Naturnahe Stauden- und Gehölzpflanzungen vermitteln Ideen für den Vorgarten daheim. Je bunter es im Grünen in Städten und drum herum wird, umso lebendiger wird es. Insekten und andere Tiere kehren zurück.


 

Tag des offenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals im September  2014 im Dortmunder Botanischen Garten stand unter dem Motto Farbe. Gleichwohl startete er  ziemlich grau, was die Farbe des Himmels anbetraf, aber das änderte sich bald zu Blau. Die Regionalgruppe der Gesellschaft der Staudenfreunde, die mit ihrem großen Beet im englischen Stil schon für viele Farben in der Nähe des alten Verwaltungsgebäudes sorgt, setzte einen zusätzlichen Akzent, passend zum Thema. Plexiglasstelen und Ballons in den Hauptfarben der jeweiligen Abschnitte unterstrichen die vorhandene Gliederung der Anlage..

Der nach Farben geordnete Schaugarten am Verwaltungsgebäude des Botanischen Gartens Rombergpark wurde durch die geometrischen Formen betont, gelegentlich aber auch in Frage gestellt.


1. Apfelfest im Obstbaum-Museum Schwieringhausen

ApfelfestBlauer Himmel, milde Temperaturen, frischer Apfelkuchen für ein Fest im Obstbaum-MuseumWarum nur fand der ‘Schöne von Boskoop’ keine Paten? Das ist nämlich die einzige traditionelle Apfelbaumsorte im Obstbaum-Museum Schwieringhausen, für die sich seit über einem Jahrzehnt noch niemand erwärmen konnte. Die Hoffnung ruhte auf diesem Termin: Am Sonntagnachmittag, 16. Oktober 2016, lud die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die das Museum im Dortmunder Nordwesten betreibt, Mitglieder, Sponsoren und Bürger zum 1. Apfelfest. In der für die Westfalenmetropole einzigartigen Sammlung „Alte Westfälische Sorten“ an der Altmengeder Straße spielt diese Frucht die Hauptrolle.


Deutschland trifft Japan beim Kirschblütenfest im Botanischen Garten

Stoffregen-AlleeEine Allee in Rosa – so sieht die
Stoffregen-Allee im April aus.
Hier findet die Eröffnung statt.
Foto: Eberhard Hoffmann
Was machen Japaner im Frühjahr? Wenn die Kirschen blühen, feiern sie ihr traditionelles „Hanami“, was so viel wie „Blüten betrachten“ bedeutet. Am Sonntag, 22. April, lädt der Freundeskreis des Botanischen Gartens zum zweiten Kirschblütenfest in den Rombergpark ein. Das Erste fand 2016 statt. Nach dem musikalischen Auftakt mit dem Chor Canta-Strophe geben der Vorsitzende des Fördervereins, Eberhard Hoffmann und Stadträtin Birgit Zoerner um 11.10 Uhr an der Stoffregenallee im Westen des Parks den Startschuss. Bei dieser Gelegenheit wird auch die erste Dortmunder Kirschblütenprinzessin Ayla Wewer vorgestellt. 

 

 


Die Hundertblättrige, die Weltrose und eine falsche Kriegsheldin

Im RosendschungelIm Rosendschungel gibt es keine Königin...Der Sommer startet im Garten immer mit einem Paukenschlag: Neben den Rosen blühen im Juni andere Sträucher und Bäume. Ausdauernde Stauden, dazu ein- und zweijähriges Kraut beginnen, ihre Farbfeuer anzuzünden.  Dass der Himmel im Sommer 2016 das Gießen so  großzügig übernahm, bekommt leider auch unwillkommenen Gartengästen wie Brennessel, Giersch und Zaunwinde. So wie in diesem beinahe zum Dschungel mutierten Stückchen Grün in Dortmund-Bodelschwingh.


Rhododendron im  Rombergpark:

(aus Sicht der Hummeln)

Hummel bei der PollenernteZur Bundesgartenschau 1959 und als "Überbleibsel" der Hallengartenschauen in den folgenden Jahren wurden im Botanischen Garten Rombergpark Tausende von Rhododendren und Azaleen gepflanzt. Viele dieser Sträucher sind im Laufe der Zeit zu stattlichen Exemplaren herangewachsen. Vor allem im Rhododendronwald unter hohen Eichen und Hainbuchen blühen die Büsche zurzeit in voller Pracht zur Freude vieler Besucher. Auch bei noch so großer Begeisterung über den Anblick der riesigen Rhododendren: "Erfunden" haben diese Sträucher ihre großen Blüten und leuchtenden Blütenfarben nicht für uns Menschen sondern für blütenbesuchende Insekten, die hierdurch angelockt werden sollen.

Das Bild zeigt einen der sympathischen Sechsbeiner, die im Frühjahr vom opulenten Nahrungsangebot der Ziersträucher profitieren. Die Hummeln packen die Staubgefäße mit den Beinen und pressen durch hörbare Vibrationsstöße mit ihrer Flügelmuskulatur den wertvollen Pollen (Hummelbrot) heraus.


Sonne, Hitze und viele Besucher beim Kirschblütenfest

Canta StropheDer Chor Canta-Strophe
animierte mit populären Melodien
die Zuhörer zum Mitsingen.
Sonntag, 22. April 2018 fühlte es sich schon beim Start um 11 Uhr eher an wie 22. Juli! Das Thermometer kletterte bis mittags fast bis an die 30-Grad-Marke; am Stand des Freundeskreises im Rombergpark waren die Wasservorräte ausverkauft. Dortmunder, aber auch Gäste von außerhalb waren in Scharen zum Kirschblütenfest in den Botanischen Garten gekommen. Bereits morgens waren die meisten Parkplätze belegt, auf den Zufahrtsstrecken bildeten sich träge Schlangen; Radfahrer hatten Probleme, die total verstopfte Mergelteichstraße zu überqueren. Alles in allem – trotz der Nebenwirkungen des gewaltigen Andrangs: ein Riesenerfolg für die Veranstalter, die sich seit einem Jahr ehrenamtlich auf ihr zweites „Hanami“ vorbereitet hatten.


Traditionsveranstaltung vor besonderer Kulisse

KunstweltKühles Regenwetter am Samstag dämpfte das Vergnügen, Sonne und angenehme Temperaturen am Sonntag bügelten alles wieder aus –  wen wundert‘s also: Das 21. Heidefest lockte am letzten August-Wochenende 2018 wieder Massen von Besuchern in den Rombergpark. Man ließ sich Würstchen und Kuchen schmecken; nur die Wespen störten gelegentlich.  Das Heidefest heißt so, weil es vor der Kulisse der künstlichen Heide-Moor-Landschaft stattfindet, mit 7000 Quadratmetern die größte dieser Art in Europa.


Tiefbauamt informierte BV über „StadtGrün Naturnah“

Blumenwiese 

Auch diese blühende Landschaft

entstand im städtischen Raum – aus Ansaat.

Blumenwiese statt Rasen: Das ist Dortmunds neues Ziel, wenn es um städtische  Grünflächen geht. „StadtGrün naturnah“ heißt das bundesweite Projekt der Deutschen Umwelthilfe, an dem die Westfalenmetropole als eine von insgesamt 15 Kommunen teilnimmt. Martin Rüthers und Jürgen Hundorf, Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün beim Tiefbauamt, erläuterten jetzt der Bezirksvertretung (BV) in Dortmund-Mengede, was dahinter steckt.


Tipps vom TV-Gartenexperten für Dortmunder Staudenfreunde

Klaus KoerberKlaus Körber (Bild rechts) kennt und mag Bäume wie kaum ein anderer. Als Leiter der Abteilung Obstbau und Baumschule an der Bayerischen Landesanstalt Veitshöchheim bildet er angehende Baumschulmeister aus. Seine Schwerpunkte sind Clematis und Rosen, dazu die Frage, welche Gehölze angesichts des Klimawandels noch in der Stadt überleben können. Der Zwei-Meter-Mann, ein Kerl wie ein Baum, bekannt als Gartenexperte in TV-Sendungen wie "Querbeet", macht sich zunehmend Gedanken über die Zukunft von Bienen. Seine neuesten Erkenntnisse teilte er jetzt mit den Dortmunder Staudenfreunden bei einem Vortrag im Botanischen Garten Rombergpark.


Dortmunds Streuobstwiesen sind besondere Lebensräume

 Schafsgeduldige Fotomodelle

      Wanderschäfer Christof May (links) hat seinen
      lebhaften Treibhund an die Leine gelegt.


Streuobstwiesen sind in einer Großstadt Rückzugsorte für seltene Tiere und vom Verschwinden bedrohte alte Kulturpflanzen. In Dortmund gibt es insgesamt über 100 dieser Anlagen. 51 davon befinden sich in städtischem Besitz. Letztere werden manchmal von Organisationen oder durch private Patenschaften betreut, der größte Teil aber vom Umweltamt. Die Wiesenflächen werden entweder zweimal pro Jahr gemäht oder – das ist die schonendste Methode – durch Schafe beweidet.  Diese werden  von Wanderschäfer Christof May und seinen Hunden von einer Obstpflanzung zur nächsten geführt. Jetzt stellten Umweltamtsleiter Dr. Uwe Rath, die für Reitwege, Landschaftsplanung und Schafe zuständige Christine Schlomberg und Gesa Köster von der Unteren Naturschutzbehörde zwei dieser Projekte in Kirchlinde vor.


Rotary-Club stiftet dem Rombergpark 88 Küstenmammutbäume

Start

BGR-Chef Dr. Patrick Knopf (rechts)
begrüßte die Mitglieder des Rotary-Clubs.

 

An der Schondelle wächst ein Wald von Riesen heran: 88 Küstenmammutbäume, gestiftet von den Mitgliedern des Rotary-Clubs Dortmund-Neutor, wurden am Samstagvormittag an den Rand der großen Talwiese im Botanischen Garten Rombergpark gepflanzt. Die Spender selbst, unterstützt vom Gärtner-Nachwuchs der Stadt, griffen zum Spaten, um die erst zwei bis zweieinhalb Meter hohen Jungpflanzen einzugraben. Schon in einigen Jahren werden die in Nordkalifornien heimischen Koniferen gezeigt haben, was in ihnen steckt, da sie jährlich zumindest einen Meter oder mehr an Höhe zulegen. Immerhin müssen sie ihrem Ruf, die höchsten Lebewesen der Erde zu sein, gerecht werden.


In manchen Vorstadtstraßen wird Grün Mangelware – Initiativen halten dagegen

Grau in GrauGrau in Grau beweist das allgegenwärtige Pflaster: Auch im Garten kann das Leben hart werden.In Städten wachsen Steinwüsten, Kulissen wie in Endzeit-Filmen. Stein, so weit das Auge reicht,  Stahlgitter, Plastikzäune. Neben den Häusern getunte Autos. Keine Schrottkarren wie bei Mad Max, sondern neu, stylish aufgemotzt und frisch poliert. Das einzig Glänzende im staubigen Grau. Immer mehr Gärten werden mit Kies zugeschüttet. Nichts wächst. Das Leben ist auf dem Rückzug.Wird hier einer aufräumen?