Natur und Garten

Dachgarten und Streuobstwiese

Projekte für urbane und ländliche Räume

Wie unterscheiden sich Natur und Garten? Erstere entstehe von allein und letzterer sei ausschließlich menschlichen Ursprungs – ist die Antwort so einfach? Schließlich gibt es auch den Naturgarten oder die Parklandschaft. Dabei handelt es sich nicht um abstrakte Begriffe, sondern um reale Lebensräume. Beide sind von Menschen geschaffen, lassen aber der Natur viel Freiheit.

In der Tat beziehen Parklandschaften wie im Westfälischen Münsterland oder in England ihren Charme auch aus der Tatsache, dass sie über Jahrhunderte entstanden sind. Vielfalt ist ihr Kennzeichen. Die kleinteilige Kulturlandschaft, geprägt durch Äcker, Weiden, Hecken und Gebüsch, in die einzelne Gehöfte, aber auch Kirchen und Adelssitze eingebunden sind, hat einen besonderen ästhetischen Wert.

Blüten im Stadtpark und auf der Verkehrsinsel

Selbst in Großstädten besinnt man sich auf die Bedeutung des Gärtnerns und der Grünpflege. Neben Mammutprojekten wie der Renaturierung von ehemals zu Abwasserkanälen degradierten Flussläufen sind inzwischen überall kleine und größere Naturinseln im Häusermeer entstanden: Alleen, Gärten, Balkone, begrünte Dächer und bepflanzte Verkehrsinseln gibt es in vielen Großstädten. Kleingärten erfreuen sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Streuobstwiesen bewahren alte Obstsorten vor dem Verschwinden.

Vereine und Organisationen bieten neben öffentlichen Einrichtungen wie Botanischen Gärten und Parks Informationsveranstaltungen, Gestaltungsbeispiele, die Möglichkeit, sich im Grünen zu erholen und Anregungen für den eigenen Garten oder Balkon mitzunehmen. Naturnahe Stauden- und Gehölzpflanzungen vermitteln Ideen für den Vorgarten daheim. Je bunter es im Grünen in Städten und drum herum wird, umso lebendiger wird es. Insekten und andere Tiere kehren zurück.


 

Bäume, Weihnachtsstern und Christrosen

WeihnachtskaktusWeihnachtskaktusPflanzen, die zu bestimmten Anlässen herangezogen werden, bestimmen rund um das jeweilige Datum das Bild in Geschäften und auf Märkten. Das Weihnachtsfest sichert nicht nur in Europa verschiedenen Arten eine ungeheure Verbreitung sowie ihren Produzenten und Händlern ein lohnendes Saisongeschäft. Die Lebensdauer des weihnachtlichen Pflanzenschmucks ist jedoch völlig unterschiedlich.


Rombergpark-Chef zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft

Dr. KnopfDortmund, größte Stadt des Ruhrgebiets, Heimat des größten deutschen Fußballstadions, hat auch grüne Superlative zu bieten: mit dem das Deutsche Rosarium beherbergenden, 70 Hektar umfassenden Westfalenpark einen der größten innerstädtischen Parks und den viertgrößten Botanischen Garten der Welt, den Rombergpark (BGR). Er ist als bedeutendes Arboretum weltweit bei Dendrologen (Gehölzkundlern) bekannt und wurde in den „Gartenansichten“ bereits mehrfach vorgestellt. Dr. Patrick Knopf, (Foto) Herr über 65 Hektar, gab den Staudenfreunden im Bildungsforum einen Überblick über Geschichte, Besonderheiten und Zukunft der Einrichtung.


AronstabblaetterKaum steigen die Temperaturen deutlich über Null, ist der Winterschlaf  im Garten vorbei. Nicht nur die Vögel gebärden sich hyperaktiv, streiten sich um Reviere und Nistmaterial, auch die Marienkäfer kommen aus allen Ritzen und stürzen sich nach draußen. Der sonnige Vormittag am Sonntag, 5. März, lockt ins Freie – Jogger, Hundebesitzer und GärterInnen.


Schadinsekten und Krankheitserreger auf dem Vormarsch

Beginnendes EschentriebsterbenBeginnendes Eschentriebsterben, ein Beispiel an der Deininghauser Straße in BodelschwinghSchüttere Kronen, tote Äste, schadhafte Rinde an den Stämmen: selbst Laien bleiben die Veränderungen nicht verborgen. Überall kränkeln Stadt- und Straßenbäume. Dortmund macht keine Ausnahme. Vor allem über das rapide Fortschreiten des Eschensterbens wurde in letzter Zeit häufig berichtet. Nicht nur die Gewöhnliche und die Schmalblättrige Esche leiden. Viele heimische Laubholzarten scheinen dem Klimawandel und den besonderen Herausforderungen einer zubetonierten und wenig rücksichtsvollen Umwelt im urbanen Raum kaum noch gewachsen.


Gärten unter widrigen Umständen zu erhalten, erfordert Humor und Zähigkeit

GünselIst es immer wahr, dass der Garten die Persönlichkeit des Besitzers widerspiegelt? Es ist auch möglich, dass natürliche Verhältnisse das Gestalten diktieren. Wenn das Gelände zumeist im Schatten eines Düsterwaldes liegt, dessen gewaltige Wipfel der Sonne nach Süden und Westen den Weg abschneiden, was dann? Ein Schattengärtchen mit Stauden? Illusorisch – die Herrscher in Baumgestalt sind Acer pseudoplatanus, der Bergahorn und Fraxinus excelsior, die gewöhnliche Esche, zwei Forstpioniere mit dem Ausbreitungsdrang einer Okkupations-Armee. Den beweisen sie alljährlich mit einer Samen-Überproduktion. Konsequenz aller Umstände einschließlich des unentwegten Bäume-Ausreißens: Hier überleben nur die Stärksten, die Wuchernden mit Bodendecker-Qualität, die fleißigen Saatgut-Produzenten, die fest verwurzelten Langlebigen, die selbst Giersch & Co in ihre Schranken weisen.


Emscher-Projekt Hochwasserrückhaltebecken aus botanischer Sicht

Bei schönem Wetter gehts zum Mengeder MeerGut gelaunte Teilnehmer der Exkursion in Mengede.Was passiert, wenn man einen zum Abwasserkanal degradierten Fluss säubert und befreit? Die  Emscher, bisher die ungeliebte „Köttelbecke“ des Ruhrgebiets, erhält ihre natürliche Gestalt zurück. Im Dortmunder Nordwesten, auf dem Gebiet von Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel, entsteht  eine Auenlandschaft. Das in Jahren aufwändiger Arbeit geschaffene Landschafts-Relief mit dem umständlich klingenden Namen „Hochwasserrückhaltebecken“ wurde 2016 bereits zunehmend von der Natur und den Menschen vereinnahmt. Davon überzeugten sich Mitglieder der Botanik AG Ruhrgebiet-Ost (Bild links) bei einer Exkursion durch das Gelände.


An der Ruhr sollen Gärten über der Stadt die Regel werden

LerchenspornDer City droht der Hitze-Kollaps, die Luft ist zum Schneiden dick und die Kanalisation schafft es nach Unwettern kaum noch, die Wassermassen aufzunehmen. Die Politik ist sich einig: es muss etwas geschehen, damit die Stadt lebenswert bleibt. Wichtiges Rezept: Mehr Grün muss her, das die Luft verbessert, Temperatur reguliert und Regenwasser aufnimmt. Zusätzlicher Platz bietet sich auf den Flachdächern von Bürohäusern und Großwohnanlagen, auf Garagen und Supermärkten. In der dicht besiedelten Metropolregion an der Ruhr will man sich jetzt gemeinsam den Folgen der Verstädterung und dem Klimawandel entgegen stellen.


Goldener Oktober lockte Publikum in Botanischen Garten

 Kastanie





Allem Spaß am Digitalen zum Trotz: Dass die echte Welt nichts an Anziehungskraft eingebüßt hat, zeigte sich am letzten Sonntag im Rombergpark. Das Kastanienfest lockte erneut Tausende nach Brünninghausen. Lag es daran, dass die Kastanie Baum des Jahres 2018 ist? Die Nummernschilder der Autos verrieten: Besuch gab es aus dem ganzen Ruhrgebiet. Der goldene Oktobertag mag eine Rolle gespielt haben, kein Zweifel. Und das, obwohl es im Botanischen Garten gar nicht so viele echte Kastanienbäume gibt. Einer ist am Rande des Parks neben dem Eingang zum Zoo zu entdecken.

 

 


Hier die Edelkastanie im Rombergpark,
deren Früchte am Sonntag jedoch
meist noch fest am Baum hingen.


Natur-Führung über die Halde Ellinghausen fand großes Echo

AuftaktAnders als selbst viele Dortmunder glauben, ist nicht der Süden der Westfalenmetropole der grünste Bereich der Stadt, sondern der Norden: Hier befinden sich u. a. ihre beiden größten Naturschutzgebiete, der „Kurler Busch“ und „Im Siesack“. Letzteres liegt im Stadtbezirk Mengede und weist eine Besonderheit auf: Hier gibt es eine Herde von „Heckrindern“. Das sind nach ihren Züchtern, den Brüdern Heck benannte Rückzüchtungen des ausgestorbenen Auerochsens aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Ganz so riesig wie das früher hier heimische Wildrind sind sie nicht, aber sie ähneln großen Kampfstieren und leben wie diese das ganze Jahr über draußen.


Bedrohlicher Artenrückgang und was jeder dagegen tun kann

TagpfauenaugeArtenrückgang bei Insekten? Für den einen mag das eine Schreckensnachricht sein, für den anderen klingt das keineswegs so bedrohlich: Sind es nicht vor allem Insekten, die an unseren Nutz- und Zierpflanzen knabbern, sie schädigen, sogar Ernten beeinträchtigen können?  Dass es um die Gesundheit der für uns nützlichen Honigbienen nicht gut bestellt ist, hat sich aber herumgesprochen. Sie bestäuben bisher noch 80 % unserer Nutzpflanzen. Außer Getreide und Nüssen, deren Pollen vom Wind verbreitet werden, sind alle Obst- und Gemüsearten auf die Unterstützung fliegender Sechsbeiner angewiesen. Ernten würden sonst ganz oder zumindest viel spärlicher ausfallen.