Sarastros Rundbriefe

Sarastro-Rundbrief April 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Zurzeit ist es bei uns noch sehr kalt, mir scheint fast, dass der Winter in abgeschwächter Form wieder Einzug gehalten hat. Aber dies hat auch etwas Positives, denn so explodiert unsere Flora nicht von „Null auf Hundert“, wie wir hier zu sagen pflegen.

 

Unser Versandteam befindet sich gerade in voller Aktion. Und ich hatte dir ja versprochen, einmal Schritt für Schritt aufzuzeigen, wie wir deine Pflanzen herrichten, verpacken und auf den Weg bringen. Dies ist eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit, die allzeit viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Wir versenden unsere Stauden eigentlich selten vor Mitte März, denn du willst ja schon etwas Lebendiges in den Töpfen sehen und es hat ja keinen Sinn, scheinbar leere Töpfe zu verschicken. Die Gefahr ist doch zu groß, dass sich tatsächlich einmal ein leerer Topf dazu schmuggelt und dann ist dein Ärger berechtigterweise vorprogrammiert. Aber auch später im April oder Mai kann es durchaus sein, dass man von den Stauden noch nichts sieht, weil manche Arten erst sehr spät austreiben.

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Inzwischen versenden wir in fast alle Länder Europas. Der Löwenanteil geht nach Deutschland, aber auch nach Skandinavien und zunehmend mehr nach Osteuropa. Die Karte stimmt schon nicht mehr ganz, denn im letzten Jahr gingen einige Pakete sogar nach Bulgarien und Griechenland.

Lass dir am besten den Vorgang des Versandes nacheinander erklären.

Als ersten Arbeitsgang drucken wir analog deines Auftrages haltbare Stecketiketten mit dem zugehörigen QR-Code, bündeln diese und versehen den Auftrag mit einem roten Stecketikett, darauf wird dann dein Name und die Auftragsnummer vermerkt. Auf diese Weise kann dein Auftrag und die dazugehörige Rechnung später richtig zugeordnet werden. Dann sortieren wir alle eingehende Order nach dem gewünschten Lieferdatum.

Wenn dann dein Auftrag endlich an der Reihe ist, werden die Etiketten nach dem Quartier, dem Standplatz und der Beetreihenfolge in der Gärtnerei vorsortiert, damit wir den Weg nur einmal nehmen müssen. Denn Zeit ist Geld und wenn du am Tag etwa Hundertmal die Runde drehst, überlegst du dir jeden Schritt, den du zu viel machst. Nicht etwa, dass wir nicht gerne laufen würden!

Aufträge mit rotem Stecktetikett

Aufträge mit rotem Stecktetikett

Im ersten Bild unten links erkennst du unschwer, dass eine Bestellung zusammengestellt wurde. Nach der Kommisionierung deines Auftrages werden die Stauden geputzt, alles Dürre wird entfernt, da und dort hat sicher ein Unkräutlein überwintert. Nun geht es endlich an das Verpacken. Jeder Topf wird einzeln in Zeitungspapier eingewickelt und sorgfältig im Paket neben anderen Stauden dazu gepackt. Empfindliche Pflanzen bekommen noch einen zusätzlichen Schutz um ihren „Hals“, bestehend aus Papierschnipsel oder Moos. Ganz obenauf in dein Paket kommt eine Gratispflanze als Dankeschön, sowie eine Pflanzanleitung, auf der du alle wichtigen Punkte nachlesen kannst.

Als Schlussakt wird die rote Versandtasche mit der Adresse und der dazugehörigen Rechnung auf das Paket aufgeklebt. Daneben befindet sich ein zweites „Pickerl“ mit der Versendernummer, mit dieser kann notfalls nachgeforscht werden, wo sich momentan dein Paket gerade befindet, falls wirklich einmal Lieferverzögerungen auftreten sollten.

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Unten links erkennst du vielleicht irgendwo auch deinen Auftrag! So sehen die Stauden etwas später im Mai aus, hergerichtet und fertig zum Verpacken. Daneben dann der Paketdienst, der alles abholt.

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Einige Stauden haben die Angewohnheit, den Topfballen nicht zur Gänze zu durchwurzeln. Dabei kann es durchaus passieren, dass durch unsanften Transport die Erde regelrecht herausgebeutelt wird. Bei starken Wurzelballen wie die von Sanguisorba, Helianthus, Hosta, Hemerocallis und einigen anderen macht dies beim Auspacken einen schockierenden Eindruck, doch leidet die jeweilige Staude dadurch keineswegs. Du könntest diese im Prinzip auch ohne Wurzelballen erfolgreich etablieren, einige Kollegen schicken Hosta und Hemerocallis prinzipiell wurzelnackt! Anders sieht es hingegen bei empfindlicheren Stauden aus. Hier würde ich diese nach einem unsanften Transport wieder eintopfen und eine Zeitlang stehen lassen, bis sie sich wieder „bekrabbelt“ haben. Falls sich die eine oder andere Staude wider Erwarten nicht erholt, darfst du dies ohne Weiteres bei uns reklamieren und wir suchen nach einer einvernehmlichen Lösung.

Bezüglich Topferde fahren wir eine Kompromiss-Lösung. Zu schwere Substrate sind für den Versand von Stauden ungünstig, sie besitzen zwar eine optimale Pufferwirkung, sie sind wasserhaltefähig und speichern Dünger. Ganz im Gegensatz zu vielen Torf-Substraten, welche beim Versand zwar kaum ins „Gewicht“ fallen, aber wo die Pflanzen schnell „vom Fleisch fallen“. Unsere Topferde kann beides: leicht sein, aber trotzdem die Fähigkeit besitzen, gesunde und widerstandsfähige Stauden zu erzeugen.

Ganz vergessen habe ich dir zu erzählen, dass meine Tochter Katharina nach erfolgreichem Studienabschluss ihre Fühler für einige Zeit nach den Vereinigten Staaten ausgestreckt hat. Sie arbeitet dort momentan bei „Plant Delights Nursery“, einer über die USA hinaus wohlbekannten Raritätengärtnerei. Dort wird sie zu meiner Freude in alle Tätigkeiten eingewiesen und lernt dadurch sicherlich eine Menge dazu!

Der April ist der hektischste Monat des gesamten Jahres, nicht nur, was das Verpacken anbelangt. Auch in der Gärtnerei ist in diesem Monat viel los. Zudem stehen einige für uns sehr wichtige Pflanzentage auf dem Programm. So ist dieses Wochenende der Staudenmarkt im Botanischen Garten Berlin-Dahlem als wichtigster Auftakt zu verzeichnen, dann folgt am darauffolgenden Samstag eine Tagesveranstaltung des Botanischen Gartens Linz. Und nicht zu vergessen: unseren wohl wichtigsten Pflanzenmarkt, die „Raribö“ des Botanischen Gartens Wien. Du kannst alle diese Termine auf unserer Website nachlesen, wir nehmen auch gerne wieder deine Pflanzenwünsche mit nach Wien zum Abholen!

Wenn du es allerdings ein wenig gemütlicher angehen möchtest, dann rate ich dir, doch zu unserem Verkaufsoffenen Wochenende zu kommen. In diesem Jahr sind wieder Clematis Herian (www.clematis-herian.de), Familie Lugerbauer mit selbstgemachten Köstlichkeiten und neu in diesem Jahr mein Kollege Volker Eschenbach („Planwerk“- Hostaversand) mit Hosta-Neuheiten und anderen Schätzen vertreten.

Und noch etwas: der Frühling kommt mit Macht, und die Gartenpforten öffnen sich ebenfalls bereitwillig für Jedermann. Katrin Lugerbauer, ihre Eltern und Magda, einer weiteren Enthusiastin sind mit dieser Aktion bei uns an vorderster Front. Unter www.geranium.at kannst du alles Weitere finden. Gönne dir einen netten Ausflug ins Voralpenland rund um Kirchdorf/Krems in Oberösterreich!

Im kommenden Rundbrief möchte ich dir ein wenig über den Sinn und Zweck der Staudensichtung und in diesem Zuge auch über unser neues Phloxmuseum berichten.

Alles Gute wünscht dir dein Staudengärtner Sarastro

Christian Kreß

 

 

 

 

 

 

 

 


Viele Grüße/ Best regards/ С уважением

Christian H. Kreß

 


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