Sarastros Rundbriefe

„Sarastros“ Zauber wirkt auf Gartenfans

logoWelcher Staudenfreund, welche Staudenfreundin kennt ihn nicht? Christian Kreß und seine Gärtnerei bei Ort am Inn ist vielen Fans der Gartenkultur seit langem ein Begriff. Wenn es um robuste, zuverlässige, besondere Stauden, Alpenpflanzen und andere botanische Raritäten geht, gehört das über 3000 Arten und Sorten umfassende Angebot der „Sarastro-Gärtnerei“ mit zur ersten Wahl. Und das nicht nur für KundInnen aus Deutschland und Österreich, sondern inzwischen aus ganz Europa. Sogar in Russland schätzt man die Kompetenz und Weltoffenheit des gebürtigen Süddeutschen, der vor Jahrzehnten Österreich zur Wahlheimat machte.

Kreß ist nicht nur engagierter Gärtner, sondern schreibt auch über Gärten und Pflanzen, ist allgemein kulturell interessiert. Wie Musikliebhaber unschwer erkennen, lieferten die Figuren aus Mozarts Zauberflöte Inspiration für seine Arbeit und den Betrieb: „Sarastro“, „Pamina“ und „Papageno“, sämtlich wichtige Akteure der beliebten Oper, sind darin allgegenwärtig. Fürst Sarastro ist Namensgeber der Gärtnerei; Pamina und Papageno stehen für die Gartenfreundinnen und -freunde, die Kreß in seinen monatlichen Rundbriefen via E-Mail kontaktiert.

In diesem regelmäßigen Newsletter schildert der vielseitige Gartenbautechniker aktuelle Arbeiten, stellt Pflanzen der Jahreszeit vor, berichtet von Reisen, beschreibt Projekte der Gestaltung und Begegnungen mit Menschen. Die Gartenansichten veröffentlichen ab jetzt ebenfalls diese Beiträge, in der Hoffnung, dass möglichst viele Besitzer eines eigenen Gartens (und sei es nur ein Balkon) sich von der Begeisterung des Autors mitreißen lassen.


 

Sarastro-Rundbrief Oktober 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Wir befinden uns inmitten der Asternzeit. Um diese Fülle uns zu vergegenwärtigen und sie begreifbarer zu machen, pflanzten wir nahezu unser gesamtes Sortiment samt Neuzugängen auf ein extra Fleckchen Land in unserer Staudengärtnerei. Das ist unglaublich wichtig für uns, um schlechte Sorten aufzulassen und auch für dich als Besucher, um Neuheiten gegenüber älteren Sorten zu vergleichen und dass du in Ruhe nach deinem Geschmack auswählen kannst. Schließlich will man ja seine Stauden auch einmal in ausgewachsener Größe in voller Pracht bewundern, ganz pragmatisch hintereinander und nicht nur in einer Pflanzung. Ein weiterer Sinn liegt auch darin begründet, dass wir wieder zu gesundem Vermehrungsmaterial kommen möchten. Zu Beginn stand alles sehr weit auseinander, inzwischen stoßen sich die Sorten gegenseitig mit ihren ausladenden Blütenzweigen an und man kommt kaum mehr durch!

 


Sarastro-Rundbrief September 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Momentan herrscht hier ein regelrechtes Wachswetter, wie man sich es nicht besser wünschen könnte. Dies ist längst nicht überall der Fall, denn ich fuhr kürzlich durch Regionen, wo noch stets unsägliche Trockenheit das Landschaftsbild prägt. Besonders der Osten Deutschlands, aber auch einige Gebiete im Frankenland, sowie im Südwesten Deutschlands und an der Ostseite der Vogesen in Frankreich haben schwer mit Wassermangel zu kämpfen. Wir könnten jetzt wieder darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, auf Rittersporn und Phlox auf Dauer gänzlich zu verzichten und dafür wesentlich mehr trockenheitsresistentere Stauden zu setzen oder ob wir ganz einfach einmal unsere Bewässerungsgewohnheiten kritisch überdenken. Aber meine weiteren Gedanken hierzu möchte ich dir zum Schluss erläutern.

 


Sarastro-Rundbrief Juli 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Nun wird es endlich mal Zeit, dir mein neuestes Projekt vorzustellen. Ganz neu ist es ja nicht mehr, denn wir begannen damit bereits im Oktober letzten Jahres. Ich spreche von unserem Insektengarten, hier vor Ort und in Ort. Ich hatte dir in den vergangenen Rundbriefen desöfteren berichtet, dass es in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft leider höchst notwendig geworden ist, dem Insektensterben ein wenig Einhalt zu bieten. Dass das Insektensterben nicht mehr wegzudiskutieren ist, merkst du, wenn du eine längere Autofahrt hinter dich bringst. Noch vor einigen Jahren waren die Scheiben voller toter Stechmücken und Fliegen aller Art, sowie auch Bienen und Wespen, wenn du am Ziel angelangt warst. Jetzt ist die Scheibe auch nach hunderten Kilometern nahezu clean. Nur ein kleines Beispiel, woran du das Insektensterben im Alltag erkennen kannst.

 


Sarastro-Rundbrief Juni 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Endlich regnet es kräftig, hier in Österreich mancherorts vielleicht auch schon wieder zu stark. Aber noch gilt es zumindest bei uns das aufzuholen, was im letzten Jahr weit zu wenig war. Das Dilemma ist nur, dass es irgendwie ganz nach einem nassen und verregneten Sommer aussieht. Aber warten wir es ab. Die Zisternen werden sich wieder langsam füllen und unsere Wälder als wichtigstes Feuchtigkeitsreservoir erholen sich nach der immensen, letztjährigen Trockenheit wenigstens einigermaßen.

 


Sarastro-Rundbrief Mai 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Die Zeiten ändern sich. Wie wahr doch! Am Ostersonntag beschloss ich ganz spontan, den Mai-Rundbrief an dich zu schreiben. Wir unternahmen kurz zuvor einen längeren Spaziergang durch das Ilztal, welches sich wildromantisch nördlich von Passau durch die Ausläufer des Bayrischen Waldes schlängelt. An seinen Ufern blühte gerade Pulmonaria mollis, das Behaarte Lungenkraut, welches sonst erst viel weiter östlich in der Natur vorkommt. In unserem Schaugarten steht es seit vielen Jahren und erfreut uns durch seinen stattlichen Wuchs und seinen lilablauen Blüten. Die Blätter haben eine Form, die mich später im Jahr eher an Büffelzungen als an Lungenkraut erinnert, zumal sie einfärbig grün sind. Und am Ufer der Ilz kann man außerdem noch ausgedehnte Bestände des Straußfarnes (Matteuccia struthiopteris) bewundern. Im Garten wächst dieser an optimalen Stellen sehr schnell in die Breite und kann auch schon mal zur kleinen Landplage mutieren und andere Stauden in seiner allernächsten Umgebung regelrecht verdrängen.

 


Sarastro-Rundbrief April 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Habe ich dir schon einmal über die Sterndolden berichtet? Sicher doch, aber es war wohl doch schon Jahre her. Nun, es schadet nicht, sich nochmals mit ihnen auseinanderzusetzen, denn nun kann ich dir mit Sicherheit deren Vorzüge aufzählen und dir den vielleicht entscheidenden Wink geben, was denen nicht passt, wenn du sie falsch pflanzest!

 


Sarastro-Rundbrief März 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Es geht wieder aufwärts, die Tage werden länger und ich scharre schon regelrecht mit den Hufen! Ich will keine Vorträge mehr halten, auch das Schreiben ist mir über. Zu lange saß ich vor dem PC. Noch aber ist die Witterung unsicher, besser es bleibt noch kühl und unbeständig als viel zu mild. Mir sitzt immer noch das letzte, brutale Frühjahr im Nacken, mit Grausen erinnere ich mich an die vielen Totalausfälle unter unseren Stauden, die durch diese letztjährige, sehr späte, eiskalte Ostströmung verursacht wurde.

 


Sarastro-Rundbrief Februar 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Sicher denkst du, wir hier ersticken im Schnee! Weit gefehlt. Leider glauben die meisten von deinen Gartenfreunden immer noch, dass Österreich anscheinend gänzlich aus hohen Bergen und tiefen Alpentälern besteht. Aber sicher hast du inzwischen herausbekommen, wo wir liegen, nämlich gleich auf der anderen Seite der Grenze zum Freistaat Bayern, im leicht hügeligen Innviertel. Und hier ist momentan nichts von der weißen Pracht zu sehen! Ganz anders hingegen in der zentralen Alpenregion, du wirst es ja sogar in den Nachrichten gesehen haben. Dort türmen sich die Schneemassen, erreichen nie gekannte Ausmaße, teilweise bis zu 5 m und dicker! Viele Bewohner der Obersteiermark, des Salzburger Landes und Teilen Tirols waren tagelang eingeschlossen, was nur sehr selten vorkommt. Bin schon gespannt auf eine eventuell auftretende Hochwassersituation, die uns im Frühling treffen könnte. Denn der Schnee hat auch den Bayrischen Wald und das nahegelegene Voralpenland fest im Griff, eben nur bei uns nicht, so ähnlich wie im letzten Sommer, wo wir die „ausgewiesene Trockenzone“ waren. Trotzdem sind wir zum Glück mit den Grundwasserständen einigermaßen im Lot, was die normale Jahresniederschlagsmenge anbelangt.

 


Sarastro-Rundbrief Januar 2019

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Dieses Mal schreibe ich dir noch vor Weihnachten, da ich über den Jahreswechsel bei einem mir sehr wichtigen Familientreffen bin. Schließlich möchte ich dir doch auch rechtzeitig Frohe Weihnachten und alles Gute für das Neue Jahr wünschen. Möge deine kühnsten Gartenträume in naher Zukunft in Erfüllung gehen!

 


Sarastro-Rundbrief Dezember 2018

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Wolkenverhangen und novemberfeucht präsentiert sich derzeit der Himmel über unserer Gärtnerei, doch die Niederschläge sind kaum nennenswert. Trotzdem sollten wir froh um jeden Tropfen Wasser von oben sein. Wenn das kommende Jahr sich nur annähernd wie dieses bereits fast abgelaufene Jahr verhält, dann bekommen wir ernsthaft ein riesiges Problem, dessen Folgen noch gar nicht abzusehen sind. Die Seen im Salzkammergut, sowie Rhein und Donau geben uns ein erschreckendes Bild des Niedrigwassers. Andernorts dagegen sintflutartige Regenfälle, man braucht nur nach Oberitalien oder Südösterreich zu blicken. Oder monatelange Tagesgüsse wie beispielsweise bei meiner Tochter jenseits des großen Teiches entlang der Ostküste Amerikas.

 


Sarastro-Rundbrief November 2018

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Die Leute seien dort alle viel zu dick, essen lauter ungesunde Sachen, sie seien überschwänglich nett, aber dafür sehr oberflächlich, außerdem extrem für Kitsch empfänglich, und im Übrigen lohnt es sich nicht, in die USA zu reisen, schon wegen der momentanen Politik. Und pflanzenmäßig seien wir hier in Europa ja sowieso viel besser unterwegs, schließlich schufen wir hier die Basics und sind das Nonplusultra. Kommen dir diese Klischees bekannt vor? Man kann sie auf jedes x-beliebige Land anwenden, in abgewandelter Weise natürlich.

 


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