Sarastros Rundbriefe

„Sarastros“ Zauber wirkt auf Gartenfans

logoWelcher Staudenfreund, welche Staudenfreundin kennt ihn nicht? Christian Kreß und seine Gärtnerei bei Ort am Inn ist vielen Fans der Gartenkultur seit langem ein Begriff. Wenn es um robuste, zuverlässige, besondere Stauden, Alpenpflanzen und andere botanische Raritäten geht, gehört das über 3000 Arten und Sorten umfassende Angebot der „Sarastro-Gärtnerei“ mit zur ersten Wahl. Und das nicht nur für KundInnen aus Deutschland und Österreich, sondern inzwischen aus ganz Europa. Sogar in Russland schätzt man die Kompetenz und Weltoffenheit des gebürtigen Süddeutschen, der vor Jahrzehnten Österreich zur Wahlheimat machte.

Kreß ist nicht nur engagierter Gärtner, sondern schreibt auch über Gärten und Pflanzen, ist allgemein kulturell interessiert. Wie Musikliebhaber unschwer erkennen, lieferten die Figuren aus Mozarts Zauberflöte Inspiration für seine Arbeit und den Betrieb: „Sarastro“, „Pamina“ und „Papageno“, sämtlich wichtige Akteure der beliebten Oper, sind darin allgegenwärtig. Fürst Sarastro ist Namensgeber der Gärtnerei; Pamina und Papageno stehen für die Gartenfreundinnen und -freunde, die Kreß in seinen monatlichen Rundbriefen via E-Mail kontaktiert.

In diesem regelmäßigen Newsletter schildert der vielseitige Gartenbautechniker aktuelle Arbeiten, stellt Pflanzen der Jahreszeit vor, berichtet von Reisen, beschreibt Projekte der Gestaltung und Begegnungen mit Menschen. Die Gartenansichten veröffentlichen ab jetzt ebenfalls diese Beiträge, in der Hoffnung, dass möglichst viele Besitzer eines eigenen Gartens (und sei es nur ein Balkon) sich von der Begeisterung des Autors mitreißen lassen.


 

Sarastro-Rundbrief Oktober 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Die Zeit vergeht wie im Flug, manchmal erschrecke ich richtig vor diesem mühlenartigen Ablauf der Tätigkeiten und Geschehnisse. Während ich dir diesen Rundbrief schreibe, befinden wir uns endlich wieder in einer sonnigeren und warmen Herbstphase, wo Gräser und Stauden sich in all ihrer Fülle präsentieren. Herbst ist zum Schwelgen, es ist Erntezeit, aber auch Pflanzzeit!

 


Sarastro-Rundbrief September 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Am 15. September erscheint nun endlich mein neues Buch, das ich schon sehnsüchtig erwarte und welches ich dir ja schon vor über einem Jahr etwas kryptisch ankündigte. Die Idee dafür entstand vor etwa 3 Jahren, nein, eigentlich schon vor mehr als 10 Jahren. Ich hatte mit einem Mal wieder den Ehrgeiz, ein Buch zu schreiben, eine Art Gartenbuch mit Tiefgang, ähnlich wie es früher Beth Chatto oder einige andere bekannte Autoren erfolgreich getan hatten. Plaudereien über den Alltag in der Gärtnerei, über Gartenärger, auch hinter den Kulissen, über unkonventionelle Staudenverwendung, über Erfahrungen, Reisen und die ungetrübte Realität zuhause, gespickt mit Pflegetipps und natürlich einiges über meine Lieblingsstauden. Kurz und gut – es sollte ein Buch werden, was sich locker von jedermann lesen lässt, von Laien wie auch vom Profi. Vor allem aber etwas, was noch nie da war, nicht noch ein weiteres Kiesgartenbuch oder irgendein toll bebildertes, trendiges „Coffeetablebook“, mit dem der Büchermarkt weiter ausgeschlachtet und übersättigt werden soll. Auf der anderen Seite wäre mir wohl eine Monografie über eine Staudengattung noch eher am Herzen gelegen, beispielsweise über Maiglöckchengewächse oder irgend eine andere Staudengattung. Leider interessiert dies aber wahrscheinlich die allerwenigsten Leser, hierfür ist der deutschsprachige Büchermarkt um vieles zu klein und sind die Recherchen meinerseits viel zu umfangreich. Daher ist es schwierig, sehr schwierig, etwas Neues zu finden! Denn der Buchmarkt ist in Sachen Garten trotzdem mit den meisten Themen mehr als übersättigt, vieles wurde zum Abwinken durchgekaut.


Sarastro-Rundbrief August 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Stellt dir vor, jetzt sind wir doch tatsächlich im Besitz einer „Betriebskatze“, und dies gänzlich ungewollt! Ich wünschte mir ja immer schon eine Gärtnereikatze, nicht nur, weil ich Katzen grundsätzlich sehr gerne mag, sondern um der von Jahr zu Jahr größer werdenden Mäuseplage Herr zu werden. Eine einzelne Katze vermag dabei zwar nicht viel ausrichten, allein ihre Anwesenheit wird den Mäusen vielleicht etwas Unbehagen bereiten und beruhigt ein wenig das Gärtnergewissen. Jedenfalls war sie auf einmal da, hinter einigen Kisten versteckt – ein Minikätzchen, ein Häufchen Elend, halb verhungert. Entweder sie hat sich verlaufen oder sie wurde von einem herzlosen Zeitgenossen an der Autobahn einfach sich selbst überlassen. Wie dem auch sei, uns erbarmte sie. Inzwischen fängt sie zwar noch keine Mäuse, ist aber inzwischen glücklich und zufrieden, sie erobert Tag für Tag ein Stück Gärtnerei, sozusagen vom Computer in die Welt. Und jedermann ist ganz verrückt mit ihr!

 


Sarastro-Rundbrief Juli 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Der Sommer hat Einzug gehalten und mit ihm wieder einmal eine regionale, sehr unnatürliche Trockenheit. Unsere Topfquartiere verlangen höchste Aufmerksamkeit und werden nahezu rund um die Uhr bewässert. Im eigenen Garten, sowie in unseren Schaugärten halte ich mich mit dem Wässern noch zurück, denn man kann ja Stauden bekanntlich auch verwöhnen, zumindest was den Wasserhaushalt anbelangt. Um widerstandsfähig zu werden, gehört auch eine Portion Durchhalte- und Standvermögen dazu. Dann legt das Wurzelsystem zu und fühlt nach tieferen, feuchten Schichten im Boden. Ich halte nicht allzu viel von Bewässerungssystemen, die sofort Abhilfe schaffen, abgesehen davon, dass der richtige Pflanzplatz bei den meisten Stauden von vornherein für Wohlbefinden sorgt!

 


Sarastro-Rundbrief Juni 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
In der Gärtnerei befinden wir uns momentan in der intensivsten und arbeitsreichsten Phase des gesamten Gartenjahres. Die Vermehrung läuft auf Hochtouren, die Tage sind ausgefüllt mit Herrichten deiner Bestellungen, wir erfreuen uns am regen Publikumsverkehr in der Gärtnerei. Vieles blüht und auch das Unkraut wächst leider schon ganz passabel, so dass wir uns sputen müssen, mit dem Jäten hinterherzukommen! Anna und Andrea werden schon ganz ungeduldig, denn jeder sonnige Tag ist kostbar. Zum Glück hatte es hierzulande wenig geregnet, so dass wir mit der Arbeit gut zurechtkommen.

 


Sarastro-Rundbrief Mai 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Gelegentlich bekomme ich von Gartenfreunden zu hören, dass der Pflegeaufwand für manche Stauden immer noch viel zu hoch sei. Schon allein der Rückschnitt sei ein Zuviel an Arbeit. Nun ist es aber so, dass viele der selteneren Schönheiten ein gewisses Maß an Hinwendung erfahren sollte, um bei dir und bei mir einigermaßen über die Runden zu kommen, ohne sie hierbei gleich als „Diven“ zu bezeichnen. Dieses Mal lasse ich die Rosen bewusst außen vor, denn über dieses Thema hatte ich mich bereits sehr deutlich im letzten Rundbrief ausgelassen!

 


Sarastro-Rundbrief April 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!
 
Jeder Mensch verbindet mit Frühling etwas anderes. Vorfreude auf Erwachen der Natur, endlich den lästigen Winter los, wieder wärmere Temperaturen und vieles mehr. Frühling heißt für mich den süßen Duft von Primeln und Seidelbast einsaugen, den ich schon im ausklingenden Winter in der Nase habe, bevor ich überhaupt zum Riechen Gelegenheit habe. Der zarte Duft der Vorfrühlingsalpenveilchen gesellt sich dazu, sie gehörten ja schon immer zu meinen Lieblingspflanzen. Und der modrige Geruch aufgetauter Erde bei abendlich milden Temperaturen. Für mich bedeutet Frühling aber auch Körperumstellung, sowie für Neues offen zu sein, nichts wie hinaus, den Stress annehmen dürfen und sich letztendlich wieder auf deine Besuche einstellen. Wie es dabei wohl all meinen Staudengärtnerkollegen ergeht? Wahrscheinlich ganz ähnlich.

 


Sarastro-Rundbrief März 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Gerade eben bin ich vom Garten hineingekommen. Die Rosen wollten endlich einmal geschnitten werden, ich bin da sehr nachlässig! Wir besitzen ja nicht so viele Rosen, aber 15 kräftige Sträucher sind es allemal, von ‘Lichtkönigin Lucia’ bis zu ‘Conrad Ferdinand Meyer’, einschließlich einiger englischer Rosen wie ‘The Pilgrim’, und ein paar Kletterrosen an der Hauswand. Jeder Strauch erfuhr dabei viel Liebe und Hinwendung, trotz Kratzern im Gesicht und zerrissenen Klamotten. Sollte wer immer noch behaupten, Rosen machen wenig Arbeit und Staudenbeete dagegen viel zu viel, der lügt schamlos!

 


Sarastro-Rundbrief Februar 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Hier hat der Winter momentan noch alles fest im Griff, zum Glück befinden sich unsere krautigen Lieblinge unter einer schützenden Schneeschicht, worüber ich sehr froh bin. Ein Staudengärtner sieht dies alles aus einem gänzlich anderen Blickwinkel, da sich seine Kulturen ja in Töpfen befinden. Und auf Stellflächen aufgestellte Töpfe sind gänzlich anderen Gefahren ausgesetzt als in der Erde ausgepflanzte Stauden. Sie können viel schneller auftauen und wieder zufrieren, was den Pflanzen naturgemäß nicht gut bekommt, die Qualität leidet dadurch erheblich und manche winterempfindliche Stauden können auf diese Weise gegen Winterende sogar eingehen. Aber wir haben vorgesorgt, vieles befindet sich unter schützender Abdeckung. Und der Winter ist ja noch nicht zu Ende!


Sarastro-Rundbrief Januar 2017

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Du hast die Feiertage hoffentlich gut überstanden und bist schon wieder in deinem Beruf tätig? Oder sehnst du dich bereits auf neue Gartentaten? Letztes Jahr war ich am 12. Januar in Berlin und jeder wünschte sich ein gutes Neues Jahr. Für mich unverständlich, denn das Neue Jahr hatte ja längst begonnen. Aber andere Länder, andere Sitten. Das sei hiermit nochmals geschehen, denn dieser Brief erreicht dich ja schließlich am ersten Tag des neuen Jahres. Hier in Österreich denkt man nur kurz vor und während des 1. Januars an die guten Wünsche, am 2. kehrt schon wieder der Alltag zurück.


Sarastro-Rundbrief Dezember 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Das letzte Mal konntest du dich überzeugen, dass Katharina anscheinend in sehr guten Händen ist. Bleibt mir nur zu hoffen, dass irgendwann in den kommenden Jahren hoffentlich wieder zu uns zurückfindet und nicht woanders „hängen“ bleibt. Aber in erster Linie freut es mich sehr, dass sie diese Pflanzenbegeisterung überhaupt für sich entdeckt hat. Auch wenn sie ein abgeschlossenes Studium ganz anderer Art besitzt, eine Fremdsprache zusätzlich schadet sowieso niemals und Wirtschaftsgeografie ist in der heutigen Zeit auch bei Gärtnern ganz und gar nicht uninteressant.

 


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