Sarastros Rundbriefe

„Sarastros“ Zauber wirkt auf Gartenfans

logoWelcher Staudenfreund, welche Staudenfreundin kennt ihn nicht? Christian Kreß und seine Gärtnerei bei Ort am Inn ist vielen Fans der Gartenkultur seit langem ein Begriff. Wenn es um robuste, zuverlässige, besondere Stauden, Alpenpflanzen und andere botanische Raritäten geht, gehört das über 3000 Arten und Sorten umfassende Angebot der „Sarastro-Gärtnerei“ mit zur ersten Wahl. Und das nicht nur für KundInnen aus Deutschland und Österreich, sondern inzwischen aus ganz Europa. Sogar in Russland schätzt man die Kompetenz und Weltoffenheit des gebürtigen Süddeutschen, der vor Jahrzehnten Österreich zur Wahlheimat machte.

Kreß ist nicht nur engagierter Gärtner, sondern schreibt auch über Gärten und Pflanzen, ist allgemein kulturell interessiert. Wie Musikliebhaber unschwer erkennen, lieferten die Figuren aus Mozarts Zauberflöte Inspiration für seine Arbeit und den Betrieb: „Sarastro“, „Pamina“ und „Papageno“, sämtlich wichtige Akteure der beliebten Oper, sind darin allgegenwärtig. Fürst Sarastro ist Namensgeber der Gärtnerei; Pamina und Papageno stehen für die Gartenfreundinnen und -freunde, die Kreß in seinen monatlichen Rundbriefen via E-Mail kontaktiert.

In diesem regelmäßigen Newsletter schildert der vielseitige Gartenbautechniker aktuelle Arbeiten, stellt Pflanzen der Jahreszeit vor, berichtet von Reisen, beschreibt Projekte der Gestaltung und Begegnungen mit Menschen. Die Gartenansichten veröffentlichen ab jetzt ebenfalls diese Beiträge, in der Hoffnung, dass möglichst viele Besitzer eines eigenen Gartens (und sei es nur ein Balkon) sich von der Begeisterung des Autors mitreißen lassen.


 

Sarastro-Rundbrief November 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Heute melde ich mich einmal, Sarastros Tochter aus dem fernen North Carolina. Wie dir Sarastro wahrscheinlich in einem älteren Rundbrief schon einmal erzählt hat, arbeite ich zurzeit bei „Plant Delights“. Vielleicht hast du von Plant Delights oder auch dem Namen Tony Avent schon mal gehört – hier werde ich oft mit folgenden Worten vorgestellt: „That‘s Kata – her dad is the owner of Plant Delights of Europe“. Mehr oder weniger haben sie auch Recht, und ich habe schon des Öfteren den Spieß umgedreht: „I am Kata, I work for Tony Avent – the Sarastro of America“. Auf den ersten Blick erscheint es, als ob die zwei Gärtnereien Geschwister wären – je länger ich jedoch hier im südlichen Bundesstaat arbeite, desto mehr erkenne ich die gravierenden Unterschiede.

 


Sarastro-Rundbrief Oktober 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Neuzüchtungen und Altbewährtes – beides bereichert und erfreut uns, aber natürlich auch Neuentdeckungen, welche verschollen waren, die gleichfalls als Neuheiten gelten. Wie ich dir schon oft berichtete, erweist sich manches Hochgepriesene mit den Jahren als Flopp, anderes offenbart sich als Mauerblümchen und entpuppt erst nach einiger Zeit seine inneren Qualitäten, zeigt erst später in deinem Garten, zu was es imstande ist. Auch in der Staudenwelt unterscheiden sich die Marathonläufer von den Sprintern, beides hat bekanntlich seinen Reiz und eine unterschiedliche Optik.

 


Sarastro-Rundbrief August 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Eigentlich haben wir hier dieses Jahr die besten Bedingungen, was das Wetter anbelangt, idealer kann es gar nicht mehr sein! Tagsüber Stauden teilen, dann topfen, ins jeweilige Beet stellen, angießen, fertig. Den Rest besorgt das feuchte Wetter. Manches Mal kam der Regen dann zwar recht deftig, sogleich aber schon eher als anhaltender Nieselregen. Zu Deutsch: hier herrscht zurzeit also Wachswetter pur. Man muss nur aufpassen, dass manche jener mediterranen Gebirgsstauden nicht zu viel an Feuchtigkeit abbekommen, damit sie nicht mit Fäulnis verschnupft reagieren. Besonders sorgevoll betrachte ich jeden Tag die getopften Hopfenoregano oder jene pelzigen Gamander aus der Türkei.

 


Sarastro-Rundbrief Juli 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Viel hat sich in der Zwischenzeit in der Gärtnerei und den Schaugärten getan, mit Sicherheit auch bei dir! Durch den massiven Regen war ich nicht immer in tollster Gartenstimmung, die Rosen blühten zum Teil sehr verwaschen, die Balkonblumen bräuchten viel mehr Sonne, alles wächst fürchterlich lang, man streift im Vorbeigehen daran, wird nass, die Triebe knicken um und alles hängt schlapp über. Aber zumindest kamen wir mit einem blauen Auge davon, was Hochwasser und Starkregen anbelangt, ganz im Gegensatz zu dem Chaos in nur 30 km Luftlinie Entfernung. Und auch stärkeren Hagel kennt zumindest unsere Region des Mittleren Innviertels so gut wie gar nicht, das bestätigen hier selbst älteste Mitbürger. Dafür wuchs uns das Unkraut im Phloxmuseum regelrecht davon und wir hatten in letzter Zeit sehr zu tun, es rechtzeitig auszureißen, ehe es sich versamt.

 


Sarastro-Rundbrief Juni 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Es regnet und ich sitze wieder mal an meinem Schreibtisch. Und denke darüber nach, worüber ich dir wohl dieses Mal schreiben könnte. Denn das ist gar nicht so einfach, jeden Monat etwas Vernünftiges und Sinnerfüllendes zu Papier zu bringen. Man durchforstet seine Bilder und entdeckt dabei so vieles, was von Interesse sein könnte. Aber dem Anspruch gerecht zu werden, dass möglichst für niemand etwas Unfassbares, sondern für jedermann einiges Gebräuchliches dabei sein sollte, stellt mich immer wieder vor neue Herausforderungen.

 


Sarastro-Rundbrief Mai 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Der Frühling hat uns fest im Griff, wenngleich mit derzeitigem nasskaltem Aprilwetter. Und zuletzt ein Kälteeinbruch mit gefährlichem Frost! Was dies alles für uns bedeutete, brauche ich dir ja nicht näher zu erläutern. Jedenfalls Arbeit von vorne bis hinten. Neben dem Paketversand und den Kunden in der Gärtnerei schenken wir neben den ersten Vermehrungsarbeiten auch ganz besonders dem Unkraut unsere Aufmerksamkeit.

 


Sarastro-Rundbrief April 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Zurzeit ist es bei uns noch sehr kalt, mir scheint fast, dass der Winter in abgeschwächter Form wieder Einzug gehalten hat. Aber dies hat auch etwas Positives, denn so explodiert unsere Flora nicht von „Null auf Hundert“, wie wir hier zu sagen pflegen.

 


Sarastro-Rundbrief März 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Bei der Durchsicht meiner Bilder stellte ich fest, dass ich dir noch nie etwas über die Alpenveilchen (Cyclamen) schrieb. Schande über mich! Dabei gehören diese liebenswerten Stauden neben den Erdorchideen zu meinen „Leitpflanzen“, die mich seit meiner Kindheit begleiteten und mich eigentlich nie losließen. In meiner allerersten Staudenbestellung befand sich ein Vorfrühlingsalpenveilchen, welches ich im elterlichen Garten unter eine Birke pflanzte. Damals hatten wir einen sehr milden Winter und das Alpenveilchen blühte schon Anfang Februar. Und damals Mitte der Siebzigerjahre waren winterharte Cyclamen im Garten etwas Seltenes, das nicht jeder hatte und auch nicht überall zu bekommen war.

 


Sarastro-Rundbrief Februar 2016

Liebe Pamina, hallo Papageno!
Es ist Winter und man macht sich Gedanken über dies und das. Beispielsweise ob in unseren Gärten tatsächlich genügend Bienenpflanzen vorhanden sind. Besonders hier bei uns auf dem Lande, da wir in einer ausgeräumten Kulturlandschaft wohnen. Blumenwiesen und Böschungen mit Margeriten und Butterblumen gehören leider unserer Kindheit an oder sind nur mehr selten anzutreffen.

 


Liebe Pamina, hallo Papageno!
Wahrscheinlich wirst du dir auch schon Gedanken machen, was du dir im kommenden Jahr in deinem Garten alles so vornimmst. Das ungewöhnlich milde Wetter verleitet geradezu, im Garten tätig zu werden. Durch den Raureif und den Hochnebel werden bei uns die Vorfrühlingsgeophyten zum Glück noch zurückgehalten, andernorts blühen sie schon seit Mitte Dezember!

 


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