Schmökerstunde

Hexenbesen: Verwandlung der Bäume

Dortmunderin veröffentlicht zwei Bände über botanisches Phänomen

TitelseiteWer Hexenbesen im Garten hat, will damit nicht Quidditch spielen. Der mittelalterliche Name beschreibt ein botanisches Phänomen, die „Knospenmutation“. Das sind auffallend verwandelte Zweig-“Büsche“ auf Gehölzen. Daraus gewinnen Baumschulgärtner das Rohmaterial für Bäume und Sträucher, die ohne Schnitt klein bleiben und somit ideal für Gärten mit wenig Platz sind. Die Dortmunder Autorin Monika Zybon-Biermann präsentiert das kaum bekannte Thema in zwei Bänden -- "Hexenbesen und andere Zwerge" sowie „Neue Bäume für die Stadt“ (links). Jetzt weist die Zeitschrift "Landlust" in ihrer Januar-/ Februar-Ausgabe 2021 in einem reich bebilderten Bericht auf die gerade für Stadtgärten geeigneten Gehölze und die beiden Bücher hin. Auch in der im Ulmer Verlag erscheinenden "Gartenpraxis" waren die Bücher vorgestellt worden.         .

 

 

 

 

 

 

Cover HexenbesenWie die Jäger und Sammler der besonderen Bäume an ihre Schätze gelangten, hat die Journalistin in Reportagen und Interviews erfahren. Die Fundstücke haben darüber hinaus zum Teil ihre eigene, oft abenteuerliche Entdeckungsgeschichte – was für ein Sachbuch über Pflanzen eine ungewöhnliche Herangehensweise ist. Aus dem Rahmen fällt auch die Ausstattung mit Illustrationen neben den Fotos.

Gezeichnete oder in weiteren grafischen Techniken realisierte Bilder gehörten schon zu dem Ende 2011 im Selbstverlag erschienenen 1. Band „Hexenbesen und andere Zwerge“ (links). Darin wurden vor allem kleine Koniferen besprochen. Im zweiten Band "Neue Bäume für die Stadt" stehen Laubbäume und Gingkos im Fokus. Das Besondere an den Mutationen ist ihre Vielfalt. Es gibt sie in so winzigem Format, dass sie über Jahrzehnte in ein Gefäß passen. Diese nennt man "Naturbonsais".  Manchmal entstehen aber auch größere,  säulen- oder kugelförmige Baumgestalten, die als pflegeleichte Alleebäume, Bepflanzung von Kreisverkehren oder anderen Grünflächen beliebt sind. 

Das selbst bei Fachleuten kaum bekannte Thema ist eine Quelle für Geschichten – über Menschen, die sich auf die Jagd nach den mutierten Zweigen begeben. Dabei riskieren sie beim Klettern in die Wipfel Kopf und Kragen, erleben Abenteuer bei  Reisen ans Ende der Welt, Enttäuschungen und Rückschläge bei der Kultivierung. Notfalls schießen die „Planthunter“ sogar auf Bäume, wenn Klettern zu gefährlich ist, Leiter oder Hubwagen fehlen.

 

BauernjasminPlanthunter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Beispiele für Illustrationen aus beiden Büchern.

Unten 'Niagara' - ein Wasserfall aus weißen Blüten.

Exochorda

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Monika Zybon-Biermann: „Neue Bäume für die Stadt“, Books on Demand, Norderstedt, 144 Seiten, 91 Abbildungen,
ISBN 9783744893459, 39,99 €
E-Book ISBN 9783744847162, 19,99 €

„Hexenbesen und andere Zwerge“, 2011, 168 Seiten, 97 farbige Illustrationen und Fotos, 24,90 €, Restexemplare bei der Autorin, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

bzw. bei der Buchhandlung am Amtshaus, info@buchhandlung-am-amtshaus,de , Tel. 0231/ 339966.

Ein Ginkgozwerg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Hexenbesen erscheinen an allen Gehölzen - und in allen Größen: Der 30 Jahre alte Gingko ‘Mariken’ hat eine zwei Meter breite Krone - ungeschnitten. Zu Füßen des kleinen Baumes sind auch Winzlinge in Töpfen zu entdecken. Das Foto entstand in der Sammlung Eschrich in Recklinghausen.